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Besetzen! Halten! Wohnraum gestalten!

Am 21. August 2020 haben Aktivist*innen in Leipzig die leerstehende Ludwigstrasse 71 besetzt. Damit protestieren sie gegen die fortschreitende Verdrängung von günstigen Wohnraum und die Kommerzialisierung des städtischen Raums. Für die Nutzung des Hauses schlagen sie vor Wohnraum, ein Café, ein Veranstaltungsraum und ein nachbarschaftlichen Gemeinschaftsgarten vor.

Desweitern wurde am 22. AUgust noch die Muse 8 in Berlin besetzt, die jedoch am Abend schon von der Polizei geräumt wurde.

Diese Besetzungen reihen sich ein in eine ganze Folge von Aktionen gegen teuren Wohnraum und dem verschwinden nicht kommerzieller Orte in deutschen Städten, wie die leider gescheiterten Hausbesetzungen in Freiburg über die letzten zwei Jahre, in Stuttgart und gerade erst mit der Grafi 10 in Konstanz sowie der erfolgreichen Hausbesetzung in der Gartenstraße in Tübingen.

Hohe Mietpreise, Kneipen- und Diskothekensterben und die Verdrängung vieler Personen aus öffentlichen Räumen, zum Beispiel von obdachlosen aus innerstädtischen Plätzen, sind die Folge einer jahrelangen Stadtpolitik die Immobilien als Markt versteht, mit lebensnotwendigem Wohnraum spekuliert und einseitig Interessen von Anwohner*innen gegen Nutzer*innen der öffentlichen Straßen, Plätze und Parks durchsetzt. Mit der Methode der Hausbesetzung versuchen sich zunehmend mehr Personen gegen diese Entwicklung zu wehren. Wir unterstützen diese Proteste ausdrücklich. Es braucht eine Politik, die gezielt das Menschenrecht auf Wohnraum gegen Kapitalinteressen durchsetzt und sich für eine Stadt einsetzt in der alle Menschen platz finden! Nicht nur muss Leerstand verhindert werden, vor allem jahrelanger Leerstand, sondern auch gegen die massive ansteigende Mieten bei sowohl den großen Immobilienunternehmen wie Vonovia und Deutsche Wohnen vorgegangen werden.

Wir wollen belebte Häuser, niedrige Mieten, öffentliche Räume für alle. In Kürze: Städte in denen Freiräume und Wohnräume existieren und wachsen können, die Platz bieten, für menschliches, soziales und ökologisches Leben jenseits von Kommerzialisierung und Profit.

Besetzen! Halten! Wohnraum gestalten!

https://leipzigbesetzen.noblogs.org/

Tag der Befreiung

Heute vor 75. Jahren hat die deutsche Wehrmacht endgültig kapituliert. Damit hat der 2. Weltkrieg in Europa geendet. Aber auch 75. Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges gibt es noch immer die Gefahr weiterer Kriege.
Daher sollten wir uns heute die Zeit nehmen und nachdenken warum eigentlich. Warum braucht es noch Kriege? Braucht es überhaupt Kriege? Was führt dazu, dass es Kriege gibt?
Für uns ist das relativ klar, wirtschaftliche Interesssen, globale Machtkämpfe und nationalistisches Gedankengut. All das sorgt für einen konstanten Druck auf die einzelnen Länder weiter aufzurüsten und auf Kriege gewappnet zu sein. Was wiederum dafür sorgt, dass Kriege viel eher als Möglichkeit der Machtsicherung betrachtet und normalisiert werden. Dabei ist ein Krieg alles andere als normal. Zumindest sollte er das sein. Doch in einer Welt die so auf Krieg getrimmt ist gibt es nur einen Weg gegen Kriege präventiv vorzugehen: Abrüstung.
Wir müssen endlich davon wegkommen, dass sich die Nationen konstant ihre Waffenarsenale wie Messerklingen an die Kehlen halten und so andere Nationen zum ziehen der eigenen Messer zwingen. Nur durch eine global abgestimmte Abrüstung können wir Kriege wirklich effektiv verhindern. Es hilft kein dystopischer Traum einer internationlen Armee, die bei Überschreitungen von Menschenrechten oder ähnlichem eingreift, das sehen wir schon an der NATO.
Der andere Teil der angegangen werden muss ist die omnipräsente Nationalität, die uns umgibt. Es wird nur in Länderinteressen gedacht. Unsichtbare Grenzen werden zwischen Menschen gezogen, die nicht einmal einen Kilometer auseinander leben, weil sie eine andere Nationalität haben.
Entgegengesetzt zu einer globalen Abrüstung ist eine Bekämpfung des Konzepts von Nationalität jedoch etwas abstraktes. Das macht es deutlich schwerer direkt dagegen vorzugehen. So haben auch wir keine Antwort wie genau man gegen dieses Problem, dasss die Menschheit nun schon lange genug plagt vorgehen soll. Vor allem, da fast jeder politische Prozess momentan eng mit Nationalität verknüpft ist.
Trotzdem sollten wir nicht aufgeben zu versuchen Nationalismus zu bekämpfen, da es solange es Nationalismus gibt auch Kriege geben wird.
Und worin Nationalismus enden kann haben wir bereits erlebt.
Daher feiern wir heute den Tag der Befreiung!

Mensch gegen Wirtschaft

Immer wieder wird uns gepredigt wie sehr wir die Wirtschaft zum Überleben brauchen, wie wir von großen Firmen wie Volks Wagen usw. als Deutsche abhängig sind, um eine stabile Wirtschaft zu haben. Viel seltener wird uns aber gesagt, was für Auswirkungen dieser Fokus auf Wirtschaft und nichts als Wirtschaft hat. Dabei ist das recht einfach, menschliches Leiden. Durch den Fokus auf Wirtschaft entsteht Leistungszwang, dieser führt zur Überarbeitung und schlussendlich zum Burn-Out, mittlerweile schon bei Jugendlichen. Abgesehen von Stress für alle entstehen durch den krankhaften Wirtschaftsfokus Abgase ohne Ende. Logistikverkehr, Kohlekraftwerke, die Autofahrt zum Arbeitsplatz, alles Dinge die sich durch einen extensiveren Ansatz einschränken ließen.

Durch Corona erleben wir das momentan selbst. Die Feinstaubzahlen in Gebieten mit Ausgangssperren sind durch den eingeschränkten Verkehr um bis zu 45% gefallen. Vor allem in dieser Krise wichtig, da die Sars-Viren durch starke Luftverschmutzung in ihrer Tödlichkeit gestärkt werden. Aber nicht nur COVID-19 ist durch eine hohe Luftverschmutzung tödlicher: diese Luftverschmutzung sorgt an sich dafür, dass Erkrankungen verstärkt werden, so sind 2015 schätzungsweise 9 Millionen Menschen vorzeitig durch zu hohe Luftverschmutzung gestorben.

Die Frage ist nun wie wir als Gesellschaft mit diesen Informationen umgehen. Nehmen wir, wie schon von manchen im Bezug auf Corona gefordert, die Tode von unzähligen Menschen für die Rettung der Wirtschaft einfach an, oder ändern wir etwas an unsere Art zu wirtschaften?

Die Antwort sollte eigentlich klar sein. 9 Millionen Tote sprechen für sich, und das sind nur die, welche durch Luftverschmutzung vorzeitig von uns gegangen sind. Dabei werden andere Tode die durch die Ineffiziente Reichtumsverteilung durch unser momentanes Wirtschaftssystem verursacht werden, wie Hungertode gar nicht erst mit einbezogen. Wir müssen etwas an unsere Wirtschaft ändern! Es wird nicht möglich sein direkt auf ein Wirtschaftsmodell umzusteigen, in dem alle ein gutes Leben leben werden können, aber zumindest auf ein besseres, umwelt- und menschenverträglicheres.

Die endgültige Frage ist und bleibt damit, stellen wir uns hinter eine Wirtschaft in der wenige auf Kosten und auf Kosten von Leben anderer profitieren, oder stellen wir uns hinter Menschen und versuchen Menschenleben zu retten? Für uns ist klar, dass Menschenleben vor der momentaen Wirtschaft stehen sollten und müssen, daher benötigt es statt einer Auflöckerung der Sperren für Geschäfte vielmehr neue Vorschriften für Wirtschaftsweisen. Einen Fokus auf Entschleunigung der Wirtschaft und Regulation der Umweltsschädigung.