Plenum am Freitag im Linksbüro

Diesen Freitag treffen wir uns wieder im Freiburger Linksbüro (Karlstr.10) um über die Landtagswahl 2021 uns mögliche Aktionen im Kreis zu sprechen.

Komm doch bei Interesse auch gerne vorbei!

Als vorläufige Diskussionthemen haben wir derzeit folgende Punkte:

1.) Stand Landtagswahl 2021 und Planung zur Sammlung von Unterstützungsunterschrifen

2.) Vernetzung mit anderen Jugendorganisationen und Linksjugend-Gruppen

3.) Schließung der Notfallversorgung in der Becker-Klinik in Bad Krozingen: Sachstand und mögliche Aktivitäten

4.) Kreis- und Gemeindepolitik: Welche konkreten Themen wollen wir im Kreis verändern und thematisieren? Welche Aktionsformen wollen wir diesbezüglich nutzen?

5.) Termine und Sonstiges

Kultur im ländlichen Raum

Die Kulturpolitik ist ein sehr weitreichendes Themenfeld. Es umfasst die Kunst, Musik, Literatur wie auch Bildung oder aber auch jegliche Formen der gesellschaftlichen Beziehungen. Wir als Linksjugend Breisgau-Hochschwarzwald sehen das Thema rund um die Kulturpolitik als unabdingbar und wesentlich an. Kultur verbindet Menschen und trägt eine enorm große Bedeutung für gesellschaftliche Entwicklungen.

Dennoch zeigen sich gerade im ländlichen Raum viele Mängel. So konzentrierten sich die kulturellen Angebote in den letzten Jahren meist auf den urbanen Raum. Theater, Museen, Orchester, Bibliotheken oder Festivals finden sich zunehmend nur noch in den Städten. Menschen, die in ländlichen Regionen leben und zudem, durch den unzureichend ausgebauten ÖPNV, oftmals einen schlechten Zugang zur Mobilität haben, werden somit häufig von der kulturellen Teilhabe ausgeschlossen. Wir finden, dass dies nicht vertretbar ist. Eine Kulturpolitik, die sich als Gesellschaftspolitik versteht, hat die Aufgabe, alle Menschen miteinzubeziehen. Dabei müssen des Weiteren auch Menschen mit geringem Einkommen berücksichtigt werden. Um auch ihnen einen finanziell tragbaren Zugang zur Kultur in der Region zu gewährleisten, bedarf es auch im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald einer Kulturcard zur Unterstützung der sozial Benachteiligten, damit diese nicht noch weiter aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden.

Ein Wegbrechen von Kulturangeboten auf dem Land bedeutet weniger Bildung, weniger Informationen und der Verlust von gesellschaftlicher Teilhabe vor Ort.
Glücklicherweise bietet der Kreis Breisgau-Hochschwarzwald auch in den ländlichen Regionen einige Kulturangebote. So existieren beispielsweise einige kleine Museen. Diese sind allerdings nicht sonderlich attraktiv für jüngere Personen. Dieses Problem zeigt sich auch häufig bei Kinos in der Region, indem nur seltenst Jugendfilme laufen. Das kulturelle Angebot für Jugendliche auf dem Land ist schlichtweg unzureichend und muss dringend ausgebaut werden, um den ländlichen Raum für alle attraktiv zu gestalten und die Landflucht der jüngeren Generation einzudämmen.


Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald bietet einige bekannte kulturelle Angebote. So finden seit 96 Jahren zum Beispiel die Festspiele in Breisach statt, die jedes Jahr tausende Besucher willkommen heißen dürfen. Damit diese wichtigen Kulturangebote auch im ländlichen Raum weiter bestehen oder gar ausgebaut werden können, bedarf es unbedingt massiven Förderung durch das Land, welche auch auf die besonderen Herausforderungen und Gegebenheiten des ländlichen Raums eingeht. Ein zentraler Aspekt der Kulturförderung ist die Unterstützung des Ehrenamts. Ohne ehrenamtliches Engagement fielen die Kulturangebote deutlich geringer aus und dennoch wird diese wichtige Tätigkeit häufig überlastet und nicht ausreichend wertgeschätzt. Deshalb setzten wir uns für eine professionelle Unterstützung sowie eine finanzielle Förderung des Ehrenamts ein.

Doch nicht nur der Erhalt von Theater, Museen oder Bibliotheken ist ein wichtiger Aspekt, dem man sich in der Kulturpolitik widmen muss, sondern auch die Bildung. Mit unserer Art des Lernens, insbesonders unseren Schulen, werden die Grundbausteine für das Leben der zukünftigen Generation gelegt. Die Kinder sollen in den Schulen auf ihr späteres Leben vorbereitet werden. Dementsprechend wichtig ist dieser Teilbereich der Kulturpolitik.
Wir setzten uns dafür ein, dass Kinder in den Schulen, sowie bereits im frühkindlichen Alter eine musikalische Erziehung erfahren. Nicht nur werden die Kinder so bereits früh an Kultur herangeführt, sondern lassen sich zudem nachweislich positive Auswirkungen auf verschiedenste Entwicklungsbereiche feststellen.
Neben einem verpflichtenden Musikunterricht in den meisten Schulen werden somit häufig auch Musik- und Bläserklassen in Grundschulen angeboten, was wir sehr begrüßen. Des Weiteres bestehen im Kreis mehrere Musikschulen, die eine musikalische Förderung für Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene bereit stellen. Damit bezahlbare Gebühren für alle garantiert werden, sind öffentliche Mittel zur Finanzierung dieser Schulen von großer Wichtigkeit. Generell stehen wir dafür ein, dass unsere Musikschulen im Kreis in die öffentliche Hand gegeben werden.

Doch auch abseits von Schulen werden Kinder musikalisch gefördert. In Vereinen werden häufig sogenannte Vororchester oder Jugendkapellen geboten. Diese bieten gerade jüngeren Menschen eine Möglichkeit sich mit gleichaltrigen musikalisch und kulturell zu entwickeln. In Zeiten der aktuellen Corona-Krise werden Vereinen allerdings besonders hart getroffen, da ein Treffen oder das Fortführen der Tätigkeit nur unter sehr strengen Auflagen bzw. gar nicht möglich ist/war.
Dies erschwert die ohnehin schon komplizierte Situation für einige Vereine. Denn das Sozialleben hat sich in den letzten Jahren in vielen Fällen merklich auf den digitalen Raum verschoben, sodass viele Vereine nur noch wenige Neuzugänge und allgemein kaum junge Mitglieder*innen verzeichnen. Auch wenn nicht alle Vereine, gerade in Bereichen wie Fußball, Handball oder Tennis, mit einem akuten Mangel an junge Mitglieder*innen zu kämpfen haben, ist auch hier, in diesen eher beliebten Vereinen unter Jugendlichen, ein Rückgang festzustellen.
Abseits des veränderten Soziallebens spielt weiter auch das Aufkommen von Ganztagsschulen, sowie ein allgemeiner Trend zu längeren Schulzeiten eine entscheidende Rolle für den Verlust der jungen Vereinsmitglieder*innen. Dem passen sich Schulen allerdings an, indem häufig Möglichkeiten des Engagements innerhalb der Schule geschaffen werden. Dazu gehören z.B. Schulorchester, verschiedenste Arbeitsgemeinschaften oder Nachhilfestunden, die für gewöhnlich auf die Mittagsstunden in der Schule verlegt werden. Als Lösung für diese Situation muss die Verbindung zwischen den Schüler*innen und Vereinen ausgebaut werden. Vereine sollten sich den Angeboten der Schulen anschließen dürfen, um somit nicht nur die Kapazitäten der Schulen, sondern auch die eigenen Mitgliederzahlen zu erhöhen. Doch gibt es auch Probleme mit den innerschulischen Angeboten für die Kinder und Jugendlichen. Lehrer werden für Arbeitsgemeinschaften nicht mehr freigestellt und es bestehen nur wenige Anreize für sie, sich in diesen Bereichen weiter zu engagieren. So drohen Arbeitsgemeinschaften, Projekte, Hausaufgabenbetreuungen und vieles mehr, was das Schulleben für Schüler*innen, wie auch Eltern, attraktiver macht, deutlich weniger zu werden. Schon im Jahr 2013 setzten sich mehr als 500 Schüler*innen, Eltern und auch Lehrer*innen vom Staufener Faust-Gymnasium gegen genau diese Art der Kürzungen im Bildungsbereich ein und demonstrierten vor dem Regierungspräsidium Freiburg.

Eine solche Beteiligung an kulturpolitischen Themen unter Jugendlichen ist bemerkenswert und nur eines von zahlreichen Beispielen, welches zeigt, dass Jugendliche durchaus an einer Mitbestimmung interessiert sind. Doch oftmals ist es für die jüngere Generation nicht leicht, sich politisch zu engagieren. Politische Emanzipation und demokratische Beteiligung finden hier im ländlichen Raum oftmals nur sehr begrenzt statt. Jugendparteien und andere politische Vereinigungen für jüngere Menschen sind im ländlichen Raum nur in geringer Anzahl vorhanden. Zwar sind Jugendgemeinderäte in Baden-Württemberg sehr verbreitet, doch meist konzentrieren sich diese lediglich auf die städtischen Gebiete mit mehreren Zehntausend Einwohner*innen. Hierbei halten wir es für wichtig zu erwähnen, dass dennoch ein Recht auf Jugendbeteiligung in allen Gemeinden vorliegt, welches jederzeit eingefordert werden kann.
So bleibt der einzige Berührungspunkt mit Politik für Jugendliche im ländlichen Raum jedoch meist lediglich die SMV in den Schulen, die es Schüler*innen ermögliche soll Ideen, Vorschläge und Kritik innerhalb der Schule zu äußern. Doch das Konzept der SMV bietet den Schüler*innen lange keine vollständige Möglichkeit, um ihre Interessen vollständig und erfolgreich zu vertreten.
Solange die Jugendlichen es in den ländlichen Regionen nicht schaffen, selbst eine politische Plattform zu gründen und zu unterhalten, fallen die Möglichkeiten für politisches Engagement vor Ort deshalb nur sehr gering aus.
Auch Jugendzentren und ähnliche Räume für Jugendliche, sind im ländlichen Raum meist nicht vorzufinden. Obwohl diese Orte der Begegnung unter Jugendlichen unglaublich wichtig für die freie Entfaltung dieser sind, bestehen sie meistens lediglich in Gebieten mit größerer Einwohnerzahl. Ein fester Treffpunkt für ungestörte Gespräche, zum Musikhören, um feiern zu gehen und vieles mehr fehlt somit. Allgemein sind die kulturellen Angebote auf dem Land für Jugendliche unzureichend und müssen dringend erweitert werden.

Wir als Linksjugend Breisgau-Hochschwarzwald setzten uns für eine Ermöglichung der kulturellen Teilhabe aller ein. Gerade im ländlichen Raum muss Platz für eine kulturelle Entwicklung und Emanzipation der Jugendlichen in zahlreichen Bereichen geschaffen werden.

Linksjugend jetzt aktiv in Breisgau-Hochschwarzwald

Im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald hat sich die “Linksjugend
Breisgau-Hochschwarzwald” als politischer Jugendverband neu gegründet.

Ein erstes informelles Gründungstreffen hatte dazu schon Ende März
online stattgefunden.

In ihren nächsten Treffen, die alle derzeit virtuell stattfinden, will die Linksjugend über die verschiedenen Aspekte des Themas Landflucht diskutieren. Unter anderem das Clubsterben, der schlecht ausgebaute ÖPNV und die Gesundheitsversorgung wird thematisiert werden.

Linken Kreisverbandssprecher Moritz Kenk kommentierte:

“Als Kreisverband freuen wir uns natürlich sehr über die Initiative unserer jungen Mitglieder. Es zeigt, dass es gerade unter jungen Menschen ein wachsendes Bedürfnis gibt soziale und ökologische Themen stärker in den Fokus zu nehmen. Wir wollen zukünftig eng mit der Linksjugend zusammenarbeiten und uns gegenseitig bei Veranstaltungen und dem Wahlkampf unterstützen.”

Homophobie ist nicht diskutabel – kein Zurückrudern!

Die Linksjugend [‘solid]Baden-Württemberg kritisiert das Zurückrudern von GEW und Landesregierung in Sachen Bildungsplan und fordert zur konsequenten Umsetzung desselben auf.

Die Pläne, in Schulen verstärkt die Akzeptanz aller Geschlechter und Liebesformen zu fördern, sorgten in den letzten Wochen für heftige Debatten. Bildungsplangegner betonten immer wieder, sie seien nicht homophob oder transphob, sondern fänden lediglich das Thema übergewichtet oder nicht richtig platziert. Man mag über Gewichtung und Zeitpunkt, wann Jugendliche aufgeklärt werden sollten, diskutieren. Doch ein Blick auf die Demonstrationen der Bildungsplangegner zeigt, dass es sehr wohl um Homophobie und Diskriminierung von Menschen die nicht der zweigeschlechtlichen Norm bzw. von Andersliebenden geht.  Homosexuelle Menschen werden dort mit Kinderschändern gleichgesetzt, Aufklärung über unterschiedliche Familienmodelle werden umgedeutet in „Sexunterricht“. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, setzten die Konservativen bei der letzten Demo Nazi-Aktivisten als Ordner ein, die unter anderem für ihre Gewaltbereitschaft bekannt sind.

Vor diesen Menschen, die ironischerweise die Notwendigkeit von konsequenter Aufklärung und Bekämpfung von Diskriminierung zweifelsfrei belegen, droht die Landesregierung einzuknicken.

Sven „Gonzo“ Fichtner, Sprecherratsmitglied der Linksjugend [‘solid] Stuttgart und Kreisvorstandsmitglied von Die LINKE Stuttgart, ist enttäuscht vom Zurückrudern der GEW und der Landesregierung. Er hatte Anfang Februar die erste Demonstration der Bildungsplanbefürworter angemeldet.  „Es kann nicht sein das man jetzt für eine Verschiebung des Bildungsplans ist und somit einen Hofknick vor den Homophoben macht. Die Demos haben deutlich gezeigt wie wichtig es ist, dass das Thema sexuelle Vielfalt endlich in die Schulen kommt. Reaktionäre Aktionen dürfen nicht das Ziel torpedieren“, erklärt Fichtner.

Die Linksjugend [‘solid] ruft alle fortschrittlich gesinnten Gruppen und Einzelpersonen dazu auf, an dem Thema dranzubleiben und den Homophoben nicht das Feld zu überlassen, weder in den Schulen, noch in den Parlamenten, noch auf der Straße und im Alltag. Die Akzeptanz und Gleichberechtigung aller Geschlechter und einvernehmlichen Liebesformen muss unser Ziel bleiben und ist nicht verhandelbar.