Schmalspurige Lehrer*innenstudiengänge Verfestigen Dreigliedriges Schulsystem

stickerEine Beitrag unseres Landesverbandes:

Die Linksjugend [‘solid] Baden-Württemberg kritisiert die von der Grün-Roten Landesregierung geplante Umstellung der Lehramtsstudiengänge auf das Bachelor und Mastersystem. Dazu erklärt Sebastian Lucke, Landessprecher, der Linksjugend [‘solid] Baden-Württemberg: „Es ist ein Trugschluss, dass mit der Einführung des Bachelor im Lehramt und der Verschiebung der endgültigen Entscheidung für den Lehrer*innenberuf in den Master, Studienabbrüche vermieden werden. Es besteht vielmehr die Gefahr, dass durch ein verordnetes Schmalspurstudium letztendlich auch nur Schmalspurlehrer*innen ausgebildet werden.

Bereits bei der Etablierung anderer Bachelorstudiengänge innerhalb der großen Bologna-Reform ergaben sich grundlegende strukturelle Probleme: Viele Studierende beklagen nach wie vor insbesondere den verschulten Zeitplan neben den sowie schon überfüllten Seminare und Tutorien im Bachelorstudium. Gerade im Lehramtsstudium stellt sich die Frage, ob Studierende wirklich immer schneller zu einem Abschluss geführt werden müssen. Schließlich braucht eine demokratische Gesellschaft in erster Linie Lehrerpersönlichkeiten und keine durch ein Turbostudium gehetzten Absolvent*innen. Hinzu kommt, solange nicht jeder fertige Bachelorstudierende im Lehramt auch einen Rechtsanspruch auf einen Masterplatz hat, bleibt der Traum vom Lehrer*innenberuf ebendies – ein Traum.“

Lucke weiter: „Darüber hinaus ändert die geplante Bachelorumstellung der Lehramtsstudiengänge nichts Grundlegendes an der unterschiedlichen Lehrer*innenausbildung an den Pädagogischen Hochschulen einerseits und den Universitäten in Baden-Württemberg anderseits. Grundschullehrer*innen werden nach wie vor nur 8 Semester studieren, andere Lehramtsstudierende, inkl. der angehenden Gymnasiallehrer*innen, dagegen 10 Semester, mit anschließender höherer Bezahlung. Dies widerspricht nicht nur der Gleichwertigkeit aller Schüler*innen (in ihren Bedürfnissen) unabhängig von Alter und Schulform, sondern verfestigt auch das sozial ungerechte dreigliedrige Schulsystem weiter, indem es das gewohnte Konzept Gymnasium und-Rest(e)schule weiterverfolgt.”

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