Nix da Erdbeerwoche.

In unserer Gesellschaft ist das Thema Menstruation ein Tabu. Es gibt über 5.000 Euphemismen (Umschreibungen des Wortes) für Menstruation. Von Land zu Land sind diese unterschiedlich. Ob man nun sagt Tante Emma oder die Rote Armee kommt, beides zeigt, dass Menstruation ein Tabuthema ist. Das dies nicht einfach so entstanden ist kann man sich denken. Jahrhunderte lang wird Frauen weiß gemacht, dass die Menstruation etwas Schlechtes ist. In der Bibel können menstruierende Frauen Metall rosten lassen und auch in der Wissenschaft wir die These aufgestellt, dass Menstruationsblut das giftigste Gift auf der Welt ist. Dass man da ungern zeigen möchte, dass man gerade seine Menstruation hat, ist logisch und die Werbung für Menstruationsprodukte macht es nicht besser. Frisch, sicher, geschützt sind die 3 Wörter, die am meisten in Tampon Werbung vorkommen. Umso mehr hat man dann dieses unangenehme Gefühl, wenn man über seine Periode redet.
Dabei ist das Blut nicht das einzige. PMS beschreibt über 200 Symptome, die man während seiner Periode wahrnimmt. „Sie hat halt ihre Tage“ verkürzt dabei ziemlich die Gefühlslage aller Frauen, die an PMS leiden. Auch das ist gerne gewollt, denn in einem System, welches auf dauerhafte und ständige Leistung aus ist, stört ein Zyklus, in dem man manchmal nicht so fit ist ziemlich und so ballern sich viele Frauen Paracetamol und gehen weiter, so als wäre nichts, zur Schule, in die Uni und natürlich zur Arbeit. Ein anderes Problem ist aber auch, dass Frauen oft nicht ernst genommen werden, selbst wenn sie starke Schmerzen haben. Etwa 10-20 % der Frauen leiden an Endometriose. Die Diagnose dauert bis zu 10 Jahren. Nun stellt sich die Frage, was kann getan werden? Klar ist, wir brauchen von jedem ein sofortiges Umdenken, aber die Politik kann erste Schritte unternehmen. Wir fordern deshalb kostenlose Menstruationsprodukte. 1/5 aller Frauen leiden unter Periodenarmut. In dem Harz 4 Regel Satz ist für Hygiene gleich viel Geld für Frauen, wie für Männer festgelegt. Männer bluten bloß nicht. Anfang dieses Jahr wurde die Steuer herabgesetzt von 19% auf 7 %. Bluten ist also kein Luxus mehr, wie Kaviar oder Ölgemälde. Dennoch reicht das nicht und solange die Bundespolitik kostenlose Menstruationsprodukte nicht umsetzen wird, fordern wir den Kreis auf, in öffentlichen Einrichtungen allen Frauen kostenlose Menstruationsprodukte zur Verfügung zu stellen, denn wenn diese überall rumliegen, fangen Menschen an zu reden und ein kleiner Schritt kann gegen das Menstruationstabu getan werden.

Also Mädels hoch die Tassen, es gibt viel zu tun gegen das Menstruationstabu und Tante Emma (Sorry Tantchen)

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