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Der Tag der Arbeitenden im Sozialismus. Bericht von einer Arbeitsbrigade in Cuba.

Ein wichtiger Bestandteil der weltweiten Solidarität mit dem sozialistischen Cuba sind die zu verschiedensten Anlässen stattfindenden Arbeitsbrigaden. Ich wollte mir dieses Jahr die  Chance, an der größten Maidemonstration der Welt teilzunehmen, nicht entgehen lassen und entschloss mich zur Teilnahme an einer Brigade.

Angekommen am Flughafen von Havanna wurde ich nicht nur vom schwülwarmen Klima, sondern zum Glück auch von einer Mitarbeiterin des cubanischen Instituts für Völkerfreundschaft empfangen (ICAP). Das ICAP ist die zentrale Anlaufstelle für alle Freundinnen und Freunde Cubas in der Welt und verschiedenste Aufenthaltsprogramme auf der sozialistischen Insel. Meine Unterkunft für die nächsten zwei Wochen war ein eigens für die Brigaden errichtetes Camp westlich von Havanna. Neben mir waren 280 andere Brigadistas aus insgesamt 29 verschiedenen Ländern angereist. Zu meinem Erstaunen stammte die größte Delegation ausgerechnet aus den USA. Diese Tatsache unterstreicht, dass in den letzten Jahren eine immer größer werdende Anzahl von US-Bürgern eine Abkehr von der feindlichen Politik ihrer Regierung gegenüber Cuba fordert.

Um jedoch nicht auf das Handeln von Regierungen warten zu müssen haben wir Brigadistas die Teilnahme an einer Arbeitsbrigade gewählt, um unsere Solidarität mit Cuba auch in die Tat umzusetzen. Konkret bedeutete dies, dass wir bereits am Tag nach der Ankunft frühmorgens zur Feldarbeit angetreten sind. Mit einfachsten Mitteln befreiten wir Gemüseäcker und Obstplantagen von Unkraut, welches im tropischen Klima bestens gedeiht. Eine Folge der US-Blockade ist, dass die cubanische Landwirtschaft weitgehend ohne Düngemittel, Traktoren und andere Gerätschaften auskommen muss. Neben hart arbeitenden Bäuerinnen und Bauern gehört deshalb der Anblick eines Ochsenpfluges in Cuba auch im 21. Jahrhundert noch zu den normalsten Dingen der Welt.

Aufgrund der stechenden karibischen Sonne wurden jedoch immer nur die Vormittage gearbeitet, so dass  viel Zeit für ein abwechslungsreiches Besuchsprogramm frei blieb. Dabei besuchten wir unter anderem die Verwaltung einer ländlichen Provinz, Studierende der Medizin, den cubanischen Frauenverband und Gewerkschafter*Innen. Bei diesen Treffen konnten wir in sehr ehrlich geführten Gesprächen einen tiefgreifenden Einblick in den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft bekommen.

Mehr als eine Million Menschen nahmen an der Demonstration zum 1. Mai in Havanna teil.

Zu den emotionalsten Momenten für mich gehörte dabei ein Gespräch mit einem pensionierten Englischlehrer namens Oswaldo, der in einer modernen Siedlung in der zentral in Cuba gelegenen Stadt Cienfuegos wohnt. Der ältere Herr kam während des Besuchs unserer Brigade in einer Siedlung aus 109 baugleichen Häusern auf mich zu und bot mir voller Begeisterung eine Führung durch sein Haus an. Dabei erzählte er mir, dass die Häuser allesamt ein Geschenk des sozialistischen Präsidenten Venezuelas Hugo Chávez gewesen waren. Der cubanische Staat übergab die bereits komplett eingerichteten Häuser daraufhin mietfrei an Menschen, die sie besonders benötigten. So kam auch Oswaldos Familie zu ihrem neuen Haus, da seine schwerkranke Enkeltochter auf eine barrierefreie Wohnumgebung angewiesen ist.

Neben diesen eindrucksvollen Gesprächen mit Cubanerinnen und Cubanern gehörte die große Parade zum 1. Mai zu den großen Höhepunkten der Brigade. Von der Ehrentribüne an der Plaza de la Revolución aus durften wir Brigadistas miterleben, wie über 1 Million Menschen mit selbstgebastelten Plakaten und Transparenten in bester Feierstimmung durch Havanna zogen, um die arbeitende Klasse und ihre tagtäglichen Leistungen gebührend zu ehren. Die Vorbereitungen für den Maifeiertag waren im ganzen Land zu spüren gewesen. In fast jeder Stadt Cubas wurden Straßen und Häuser festlich dekoriert und Bühnen aufgebaut. So wundert es nicht,dass insgesamt knapp 6 Millionen Menschen in Cuba an den landesweit abgehaltenen Feierlichkeiten zum 1. Mai teilgenommen haben. Bedenkt man, dass die Insel nur etwas mehr als 11 Millionen Einwohner hat, wird die Bedeutung des Feiertags im sozialistischen Cuba erst richtig klar.

Gleichzeitig war die enorme Beteiligung auch ein deutlicher Ausdruck der Bevölkerung Cubas, den sozialistischen Weg weiter zu gehen und sich nicht von den jüngsten Drohgebärden des neuen US-Präsidenten Trump einschüchtern zu lassen. Wir in Europa können die Cubanerinnen und Cubaner dabei durch unsere aktive Solidarität tatkräftig unterstützen. Schließlich kann das durch mehr als ein halbes Jahrhundert US-Blockade stark gebeutelte Land gerade vor dem Hintergrund des Rechtsrucks in Lateinamerika und den USA unsere Unterstützung dringend gebrauchen.

Weitere Infos über die deutsche Solidaritätsarbeit gibts auf der Homepage der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba unter www.fgbrdkuba.de

 

Florian Lany

Trauriger Text über Facebook-Kommentare

Fassungslos scrolle ich mich durch die Kommentare, die von Facebook-User*innen unter den Artikel über den Überfall von sechs Mitgliedern der rechtsextremistischen Kleinpartei Der III. Weg auf einen Info-Stand der Initiative „Gegen Rechts Tübingen“ in Rottenburg, veröffentlicht am zweiten Mai, gepostet wurden. Mich hatte der Angriff auf den Infostand der Antifa bestürzt. Doch in den Kommentaren dominiert eine andere Meinung. Zum einen finden sich zahlreiche Kommentare, für die beispielhaft dieser steht: „Die größte Gefahr kommt von den linken!!!! […]“. Zum anderen geht es gegen das Schwäbische Tagblatt. Eine Userin schreibt: „Ihr seid ihre (der Antifa, Anmerkung d. Autoren) Handlanger[…].“, eine andere Userin stellt fest, dass eine solche Berichterstattung „nicht mehr glaubhaft“ sei. Nur ganz vereinzelt finden sich Gegenstimmen, die das Vorgehen der Neonazis der Kleinstpartei der dritte Weg sowie die u.a. oben genannten Kommentare kritisieren

Um die erste Aussage zu prüfen, lohnt sich ein Blick in die Fallzahlen der politisch motivierten Kriminalität die im vergangenen Monat für das Jahr 2016 von Bundesinnenminister Thomas de Maizière vorgestellt wurden:

Zahl der politisch motivierten Straftaten: Rechtsmotiviert: 23.555. Linksmotiviert: 9.389.

Zahl der politisch motivierten Gewalttaten: Rechtsmotiviert : 1.698. Linksmotiviert: 1.702

Von wem die zahlenmäßig eindeutig höhere Gewalt ausgeht, ist klar ersichtlich. Natürlich geht Gewalt leider auch von linken Gruppierungen aus, das streitet niemand ab. Besonders das Vorgehen der Antifaschistischen Aktion (kurz Antifa) wird auch in linken Kreisen zum Teil heftig kritisiert. In den Kommentaren wurde jedoch ein Bild von einem Deutschland beschrieben, dass ausschließlich unter massivem linken Gewalt- und Straftaten zu leiden scheint. Dass der Angriff am vergangenen Samstag von Rechts ausging, wurde von einigen User*innen frei nach dem Motto Ausnahmen bestätigen die Regel gedeutet und somit passend in ihre Sicht eingebaut.

Die zweite Anschuldigung konnte ich ebenso wenig nachvollziehen. Ich las mir den Artikel noch mehrere Male durch, konnte aber beim besten Willen keine Spur von einseitiger Berichterstattung finden. Das Tagblatt zitierte die Aussagen der Antifa und der Polizei (z.b. „Laut Antifa[…]“; „[…], so die Antifa.“; „Die Polizei berichtet, dass nach Angaben von Zeugen […]“) und bezog selbst nie Stellung.

Besonders auf Facebook sind  Kommentare wie diese leider normal geworden. Es ist erschreckend, wie viele Leute öffentlich rechten Parteien/Gruppierungen, in diesem Fall bekennenden Neonazis, zustimmen und ihre Aktionen gutheißen. Bei Diskussionen werden Fakten entweder verdreht oder in guter AfD-Manier komplett frei erfunden. Man ist wütend und traurig aber müde geworden, jede Dummheit die im Netz gepostet wird, als solche zu entlarven. Trotzdem sollten wir eine solche Diskussionskultur nicht hinnehmen.

Wir wünschen uns kritische politische Diskussionen in alle Richtungen, welche aber immer physisch, psychisch und verbal friedlich ablaufen müssen und sich vor allem auf Fakten anstatt auf dumpfen Klischees gründen sollten.

Die Reaktion auf Taten wie die am 29. April darf nicht Einschüchterung und Akzeptanz sein. Wir alle müssen zeigen, was wir uns für eine Gesellschaft wünschen und dass in dieser rechtes Gedankengut, auch in Rottenburg, keinen Platz hat.

 

Hier geht es zum geposteten Artikel vom Schwäbischen Tagblatt und den Kommentaren:  https://www.facebook.com/schwaebischestagblatt/posts/1522563734429837

 

Haftende Hetze- Immer mehr rechte Sticker in Rottenburg

Aus Geschichtsbüchern und Dokumentarfilmen kennen wir die Schilder aus dem Jahr 1933 mit der Aufschrift: „Juden sind hier nicht erwünscht“. Was in den Jahren darauf folgte ist jedem Bekannt. Wenn wir heute durch Rottenburg gehen, sehen wir immer öfter Sticker oder Plakate mit dem Spruch „Refugees not Welcome“. Es ist wortwörtlich nicht zu übersehen: Es gibt immer noch Menschen, die an faschistischen Ideologien festhalten und versuchen diese Ideologie mehr und mehr in unsere Mitte zu tragen.

Naziparolen, Flugblätter und Nazisymbole sind in der Öffentlichkeit verboten. Diese Taten können mit einer hohen Geldstrafe oder mit bis zu drei Jahren Haft verurteilt werden. Dies geht aus § 86a des deutschen Strafgesetzbuches hervor. Doch hier in Rottenburg und Umgebung finden wir trotzdem immer häufiger rechtsextreme Parolen und Symbole. Es ist in der letzten Zeit schon fast normal geworden, dass Hakenkreuze an Schulen in Tische und Fenster geritzt werden, zahlreiche rechtsextreme Sticker an Spielplätzen, Kindergärten und Schulen kleben oder Plakate mit fremdenfeindlichen Parolen an Stromkästen und Zigarettenautomaten angebracht sind. Diese sind dort tage-, wochen- oft sogar monatelang zu sehen. Teilweise werden an Schulen rechtsradikale Symbole, sogar über Jahre hinweg, nicht entfernt. Das ist mehr als fatal, wenn man bedenkt, dass so bei manchen jungen Menschen leicht der Eindruck entstehen kann, dass rechte Hetze und faschistische Propaganda toleriert wird. An Schulen ist es die Pflicht der Schulleitung und der LehrerInnen besagte Schmierereien umgehend zu entfernen.

In der Stadt waren es zunächst nur vereinzelte Sticker. Auf ihnen war z.B. „NS-Area“ zu lesen, was nationalsozialistischer Bereich bedeutet, „Antifabanden zerschlagen“ oder „Refugees not welcome“. In den letzten Monaten wurden es immer mehr Schmierereien (z.B. große Hakenkreuze) und es häuften sich Sticker mit Aussagen wie z.B. „Nazi-Kiez“. Ende 2016 wurden dann „NS-Area“ DIN-A3 Plakate an Öffentliche Plätze in Rottenburg gekleistert. Diese sind schwer zu entfernen, kleben in Teilen immer noch und sind ein dauerhafter Schandfleck in unserer Stadt. Erst in den letzten Tagen musste man „Nationaler Sozialismus Jetzt“ an vielen Orten z.B. am Eingang des Sumolucena-Museums lesen. Besonders hervorgetreten durch zahlreiche Sticker ist der 3.Weg, eine rechtsextreme-neonazistische Kleinpartei. Sie wurde 2013 unter maßgeblicher Beteiligung ehemaliger NPD-Funktionäre gegründet. Mitglieder der Partei in Mainz brüsten sich z.B. damit, 2014 an einem Brandanschlag auf ein Asylheim mitverantwortlich zu sein. Diese und weitere rechte Gruppen verbreiten hier in Rottenburg ihr menschenfeindliches Gedankengut.

An öffentlichen Plätzen, der Altstadt, sowie in Wohngebieten und Gemeinden wird Rottenburg in letzter Zeit gerade zu mit Stickern und hetzerischen Schriftzügen übersät. Wir bitten die Stadt(-verwaltung) deshalb nachdrücklich in Zukunft schneller und gründlicher gegen diese Nazipropaganda vorzugehen und so ihrer Verantwortung, vor allem gegenüber der jungen Generation, nach zu gehen. Aber auch jeder Einzelne ist dazu aufgerufen, nicht einfach weg zu schauen, sondern aktiv gegen diese Verschmutzung unserer Stadt vorzugehen.

Neben der öffentlichen Präsenz durch Sticker etc. in Städten erreichen rechte Gruppierungen Jugendliche über das Internet. In sozialen Netzwerken werden hetzerische Posts veröffentlicht und die hier so aufgefallenen Sticker und Plakate verkauft. Man hat es immer noch nicht geschafft, den Rechten solche hasserfüllten Posts und das Geschäft mit der Hetze zu verbieten. Rechte Propaganda wird so legal online verbreitet und gehandelt. Dadurch haben Neonazis heutzutage eine enorme Reichweite, gerade bei der Jugend. Die Nazis von heute sind nicht mehr nur noch die „Glatzen in Springerstiefeln“. Sie sind jung, auf den ersten Blick vielleicht cool, auf den selben Plattformen wie die Jugendlichen aktiv- und rechtsextrem. In den Medien wird zur Zeit des Öfteren über die Identitäre Bewegung berichtet. Sie hat auf Facebook über 43 000 „gefällt mir“-Angaben. Besonders durch die mediale Präsenz auf sozialen Netzwerken kommen sie bei Jugendlichen gut an, und können sie so leichter für ihre Sache zu gewinnen. In einem von ihnen veröffentlichten Video (Mit dem Titel: „Kriegserklärung“) hetzen junge Männer und Frauen gegen eine „erzwungene Mischung der Rassen“, sie sehen sich als „Opfer der 68er-Bewegung“, warnen vor dem „Multi-Kulti-Kollaps“. Untermalt ist ihre Botschaft mit epochaler Musik. Massiv hetzen sie gegen Muslime. Diese Stimmungsmache gegen Angehörige einer Religionsgemeinschaft erinnert stark an die Aktionen der Nationalsozialisten Anfang der 1930er. Rechtsextremismus-Forscher Matthias Quent bestätigt: „Ihr Ziel ist vergleichbar mit einer völkisch-nationalistischen Bewegung der Weimarer Republik.“ Auch in Kreisen der AfD finden sich immer wieder Sympathisanten der Faschisten. Im April 2016 besuchte der Vorsitzende der AfD-Jugendorganisation Sachsen-Anhalts „Junge Alternative“, Jan Wenzel Schmidt, eine Aktion der Gruppierung im Harz und trat auch schon als Redner bei der IB auf. Der Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider war auch schon Gast bei Aktionen der „Identitären“. Auf einer Magdeburger AfD-Demo im November traten wiederum zwei Musiker auf, die sich als „Aktivisten der Identitären“ bezeichneten. Die Identitäre Bewegung hat Zugang zu den Jugendlichen gefunden und es ist an uns allen, jungen Menschen ganz deutlich zu zeigen, dass Faschismus und Nationalismus keine Alternativen sind. Durch Sticker und Plakate werden Jugendliche auf solche Gruppierungen aufmerksam. Besonders für junge Erwachsene mit ohnehin schon rechtem Gedankengut sind die abgedruckten Parolen ein Ansporn, beflügelt ihre Fantasie und lässt sie diese, im schlimmsten Falle, dann in die Tat umsetzen.

In den letzten Jahren sind Menschen in unser Land gekommen, die vor Krieg, Verfolgung, physischer wie psychischer Gewalt und Armut fliehen. Es ist einfach unfassbar, dass es Personen gibt, welche die Unterkünfte dieser Menschen mit Flaschen bewerfen, wie es im vergangen Jahr in Dettingen passiert ist. Sie versuchen Geflüchtete einzuschüchtern, ihnen Schaden zuzufügen und sie zu verletzen. Es sind genau diese Personen, die Rottenburg mit Stickern und Plakaten überschwemmen. In Gönningen musste man auf dem Gelände einer geplanten Flüchtlingsunterkunft Plakate mit der Aufschrift: „Islam töten“ lesen. Im Dezember 2015 beleidigte ein 22 jähriger Mann, am Rottenburger Bahnhof zwei Frauen aus Gambia rassistisch, griff sie an und verletze eine der beiden dabei schwer. Solche schrecklichen Taten häufen sich vermehrt in den letzten 3 Jahren. Wir rufen dazu auf, nicht weiterhin nur eine schweigende Mehrheit sein, die solche rassistischen Taten verurteilt. Wir müssen uns sichtbar dagegen stellen. Sticker entfernen oder überkleben, wählen gehen, im privaten Kreis klar Position beziehen und öffentlich Aufstehen gegen Faschismus. Lassen wir uns von ein paar wenigen lauten Neonazis nicht einschüchtern, sondern lasst uns durch unser Handeln lauter sein. Zeigen wir, dass Rottenburg nicht braun sondern bunt, nicht faschistisch sondern tolerant, nicht abgeschottet sondern offen, nicht voller Hass sondern voller Solidarität ist. Sodass sich hier in Rottenburg jeder willkommen fühlt!

Abgefüllt und abgezockt! Wie unser Wasser zur Ware wird.

Die aktuelle Veranstaltungsreihe der Linksjugend [’solid] Rottenburg möchte auf die Abgefüllt und abgezockt Plakat Impressum grglobalen Auswirkungen neoliberaler Politik im Bereich des wichtigsten Lebensmittels der Welt – des Wassers – aufmerksam machen. Als Auftaktveranstaltung dient die Filmvorführung des Dokumentarfilms „Bottled Life“ am Montag, den 23. Januar ab 18.00 Uhr im Kino Waldhorn zum reduzierten Eintrittspreis.

Am Donnerstag, den 09. Februar findet dann eine interaktive Infoveranstaltung ab 20.00 Uhr im AWO-Heim (St. Moriz Platz 7) über unser Rottenburger Trinkwasser und die Folgen des Konsums von abgefülltem Flaschenwasser statt. Neben der Bundestagsabgeordneten Heike Hänsel (Die Linke) ist mit „Viva con Agua“ ein weiterer prominenter Partner vertreten, sodass für ein kurzweiliges Program gesorgt ist.

Abschließend wird an einem dritten Termin eine Führung durch das Rottenburger Wasserwerk Bronnmühle angeboten, zu der man sich bei den beiden vorhergehenden Veranstaltungen anmelden kann.

 

„Sei keine Flasche!“-Darum Leitungswasser:

Vor 50 Jahren trank jeder Deutsche davon jährlich 12 Liter. 2015 waren es 143 Liter pro Kopf. Rund 500 Sorten werden hier angeboten. Allein in Deutschland wurden 11.1 Milliarden Liter abgefüllt. 75% davon in Plastikflaschen. Die Rede ist von Mineralwasser. Flaschenwasser boomt seit Jahren in Deutschland, dabei ist Leitungswasser deutlich preiswerter. Für einen Liter Mineralwasser zahlt man durchschnittlich zwischen 18 und 50 Cent, ein Liter Leitungswasser kostet 0.2 Cent. Für einen Euro bekommt man also 500 Liter Leitungswasser oder zwei bis fünf Liter Mineralwasser. Trotzdem hat Leitungswasser bei uns keinen guten Ruf.

Einige Konsumenten befürchten gefährliche Rückstände von Antibiotika und anderen Medikamenten im Leitungswasser und entscheiden sich daher eher für Wasser aus der Flasche. Unsere Lebensweise hinterlässt natürlich Spuren im Boden und den Gewässern. Diese anthropogene Beeinflussung hat aber lediglich minimale Rückstände im Trinkwasser zur Folge. Diese sind nicht gesundheitsgefährdend für den Menschen. Unser Leitungswasser zählt zu den besten der Welt und die deutsche Trinkwasserverordnung ist strenger als die für Mineralwasser. Verbraucher sollten lediglich darauf achten, dass der Sieb des Wasserhahns regelmäßig zu reinigen ist und Wasser nicht zu lange offen in warmen Räumen stehen gelassen wird, um Keimbildungen zu vermeiden. Wasser das lange in der Leitung stand, sollte nicht getrunken werden. Deshalb sollte man z. B. nach dem Urlaub oder langer Abwesenheit, das Wasser ein paar Minuten laufen lassen.

Der Aspekt der Gesundheit scheint auf den ersten Blick für Mineralwasser zu sprechen. Doch auch das trifft in den meisten Fällen nicht zu. Mineralwasser hat nicht zwingend mehr Mineralien als Leitungswasser. In der Tabelle sind Mengenangaben einiger Mineralien aufgelistet. Verglichen wird das Leitungswasser aus der Rottenburger Kernstadt mit den Mineralwassern „Volvic“ und „evian“. Außerdem spielt Mineralwasser eine nebensächliche Rolle für die Gesundheit der meisten Menschen. Mineralien werden hauptsächlich über Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse, Kochsalz, Vollkorn- und Milchprodukte aufgenommen. Zum Vergleich: Der Mineralwasserhersteller und Vertreiber „Gerolsteiner“ wirbt mit einem Calciumgehalt von 348 mg/l in seinem Sprudel, eine Scheibe Emmentaler enthält ungefähr 300 mg Calcium, ebenso 1/4 Liter Milch. Selbst mineralarmes Leitungswasser stellt keine Gefährdung der Gesundheit dar. Mineralwasser ist für die Gesundheit des Menschen nicht erforderlich. Lediglich bei Wasser für Säuglinge muss der Mineralgehalt zwischen bestimmten Grenzwerten liegen, die im Internet zu finden sind.

Mineraliengehalt Wasser im Vergleich

Ein großes Plus für Leitungswasser ist dessen unschlagbare Öko-Bilanz. 75% des Flaschenwassers wird in Plastik verkauft. 47% davon sind Einwegflaschen. Stündlich werden in Deutschland 2 000 000 Einwegflaschen verbraucht. Einwegplastikflaschen schaden der Umwelt am meisten, denn sie benötigen für ihre Herstellung deutlich mehr Energie und Rohstoffe als das Reinigen und Wiederbefüllen der Mehrwegflaschen. Plastikmehrwegflaschen werden ca. 30 mal wiederbefüllt, Glasmehrweg bis zu 50 mal. Glas hat die beste Öko-Bilanz, solange die Transportstrecke vom Brunnenbetrieb zum Verkaufsort unter 200 Kilometern liegt. Bei längeren Strecken sollte man das Wasser in Mehrwegplastikflaschen transportieren. Diese sind leichter und sparen Sprit. Am sinnvollsten sind Leihflaschen, sie sind am Schriftzug zu erkennen. Das Prinzip dieser Leihflaschen: Brunnen A füllt die Flasche ab, sie wird in der Stadt B verkauft. Dort sitzt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein anderer Abfüllbrunnen, der diese Flaschensorte ebenfalls verwendet. Zu diesem Abfüllbrunnen wird diese Leihflasche gebracht. Sie muss also nicht zurück transportiert werden, sondern geht immer auf dem kürzesten Transportweg zum nächsten Abfüller. Als Verbraucher sollte man darauf achten: wenn Flaschenwasser, dann von einem nahegelegenen Hersteller. Das spart Sprit und ist daher besser für die Umwelt. Welche Abfüllbrunnen am nächsten sind, kann man ganz einfach beim Brunnenfinder der Informationszentrale deutsches Mineralwasser herausfinden (Hier geht es direkt zum Brunnenfinder: http://www.mineralwasser.com/themen/naturprodukt-mineralwasser/naturprodukt/article/mineralbrunnenland-deutschland.html). Mit jedem Liter Wasser, den sie aus Glasmehrweg- anstatt aus Plastikeinwegflaschen trinken, sparen sie 55 Gramm CO2 ein. Wenn man annimmt, alle Getränke in Deutschland würden in Mehrweg- anstatt in Einwegflaschen konsumiert werden, könnten 1,25 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Das entspricht in etwa dem CO2-Ausstoß von 575 000 PKW, die jährlich 15 000 Kilometer fahren.

Leitungswasser schont den Geldbeutel und ist nicht gesundheitsschädlich für uns. Mineralreiches Wasser ist nicht wichtig für unseren Körper und die Herstellung von Flaschen und deren Transport belastet die Umwelt enorm. Wer trotzdem nicht auf Flaschenwasser verzichten will, sollte Wasser in Glasmehrwegflaschen von einem nahegelegenen Abfüller kaufen.

 

 

Wenn du noch mehr über das Thema Trinkwasser und Wasser als global umkämpften Rohstoff erfahren willst, würden wir uns freuen, wenn du unsere Veranstaltungen zum Thema Wasser besuchst. Am 23.1.2017 wird um 18:00 Uhr der Film „Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser“ im Kino Waldhorn gezeigt, der Eintritt beträgt 4 Euro. Am 9. Februar um 20 Uhr gibt es im Haus der Arbeiterwohlfahrt (St.-Moriz-Platz 7) eine Informationsveranstaltung mit Vorträgen von der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei Heike Hänsel und der Non-Profit-Organisation Viva con agua und einigen interaktiven Infoständen. Zudem gibt es an einem späteren Termin noch eine Führung durch das Rottenburger Wasserwerk. Der genaue Termin wird bei den beiden vorhergehenden Veranstaltungen veröffentlicht.

 

Von Jona

Jugendgemeinderat in Rottenburg

Erst vor kurzem wurde in Rottenburg ein Jugendgemeinderat eingerichtet. Dieser soll Jugendlichen die Möglichkeit geben, sich in die Politik der Stadt zu beteiligen und mitzureden. Wo sind jedoch die politisch Interessierten in diesem Gemeinderat? Von Ortsgruppen der Jugendparteien ist dort keine Spur. Doch warum ist das so? Darauf gibt es eine Antwort. Der Jugendgemeinderat besteht ausschließlich aus den Schulsprechern der Rottenburger Schulen. Aber ist das fair? Was ist zum Beispiel mit den Jugendlichen, die an keiner Schule mehr sind? Haben diese kein Recht mehr mitzureden und die Stadt zu gestalten. Zudem werden die Sitzungen dieses Gemeinderates nicht veröffentlicht. Oder hast du schonmal etwas von den Sitzungen gehört?

Ich vertrete die Meinung, dass die Jugendlichen die gleiche Aufmerksamkeit verdient haben, wie die Erwachsenen, d.h. dass es ebenso Wahlen geben sollte, um sich in das Geschehen miteinzubringen.

Von Sabine

Wallonie kann CETA stoppen!

Die ARD titelte heute „Ein Wallone blockiert die EU“ – treffender wäre wohl ein Wallone rettet Europa. Denn die wallonische Regierung ist die einzige(!), welche die Interessen der Demokratie und der Bevölkerung Europas wart in dem sie ihr ‚Nein!‘ zu CETA gibt.
In keinem EU-Land steht eine Mehrheit der Bevölkerung für CETA/TTIP. Denn die sogenannten Freihandelsabkommen führen zu einer massiven Verschlechterung diverser Standards und dienen nur den Reichen und großen Konzernen.
Und dennoch gehorchen unsere sogenannten „Volksvertreter“ brav der Konzerndiktatur und wollen CETA (und damit mittelbar TTIP) in den nächsten Tagen unterzeichnen.
Wir sagen #merciWallonie, #STOPCETA, die Bevölkerung Europas dankt euch.

Fragezeichen Gegen Tierquälerei

Bohrlöcher im Kopf, Dehydrierung und mit festgeschraubtem Kopf immer wieder die selben stupiden Aufgaben erfüllen??!
Das Alles klingt nach einem Horrorfilm, war für die Versuchsaffen am Max-Plank-Institut (MPI) aber grauenvolle Realität!
Und immernoch finden grauenvolle, oftmals tötliche Versuche an Säugetieren statt.
Wissenschaft soll die Welt zu einem besseren Ort machen und darf nicht die Moral untergraben!

Zeigt, dass Ihr gegen Tierquälerei seid! Näheres dazu in der Beschreibung der Veranstaltung.

Solidarität gegenüber allen Lebenwesen!

Von Milan

Nazis in Rottenburg!

Nazis in Rottenburg!!! Bestimmt sind manchen von euch bereits die Sticker „I <3 NS“ und „Rapefugees not welcome“ aufgefallen, die in Rottenburg verteilt wurden.
Was dahinter steckt ist schlichtweg verblendeter Fremdenhass.
Solidarität darf nicht an Herkunft gekoppelt sein.
Es ist wichtig klar seine Meinung zu sagen, besonders gegenüber den Verteilern dieser Sticker aber auch im gewohnten Umfeld.
Rechte Sticker sollte man umgehend Abreißen oder unkenntlich machen. Sie senden ein falsches Signal sowohl an die Geflüchteten wie auch an alle, die sich leicht beeinflussen lassen, da Sie sich bisher noch nicht intensiv genug mit der Problematik beschäftigt haben.

Falls Ihr Sticker braucht, die für ein friedliches Miteinander werben: Wendet euch einfach an uns.

Verfasst von Milan

Es gibt zum Beispiel diese:

aufkleber_kaff_freiraum_solidbe-part-of-cool-restiance-solidbeim-bund-ist-alles-doof-solid
Und viele mehr…

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