Heute vor einem Jahr ist unser Ehrenmitglied Theodor Bergmann im Alter von 101 Jahren verstorben

„Ich möchte herausfinden, was es an Alternativen zum Kapitalismus gibt. Ich glaube nicht, dass sie dort den Kapitalismus wiederherstellen“

Theodor Bergmann, war bis zum Schluss der hellwache Beobachter und unersetzliche Zeitzeuge: Er wusste alles über die großen Tage der Stuttgarter Arbeiterbewegung, über ihre Größen: Berta und August Thalheimer, Willi ­Bleicher, Clara Zetkin, Georg Stetter, Eugen Ochs, Wilhelm Schwab, Friedrich ­Westmeyer.

Noch als Hundertjähriger warnte er als Gast in Schulklassen vor Krieg und Faschismus. Auch seine schärfsten Gegner schätzten seinen Mut und seine Zuversicht. „Ich hatte nie Zeit zum Klagen“, hat er gesagt. „Mit siebzehn war ich auf mich allein gestellt, und aus jeder Niederlage habe ich gelernt.“

Seinen Lieblingssatz findet man als Titel einer Textsammlung verschiedener Autoren zu seinem 90. Geburtstag: „Dann fangen wir von vorne an“ (VSA-Verlag, dazu gibt es einen gleichnamigen, 80 Minuten langen Dokumentarfilm auf DVD). Das Zitat ist angelehnt an Friedrich Engels Satz nach der Niederschlagung der Revolution von 1848: „Sind wir aber einmal geschlagen, so haben wir nichts anderes zu tun, als wieder von vorne anzufangen.“ Nach dieser Devise hat Theodor Bergmann gelebt.

Ein aufrechter Mensch, ein kritischer Kommunist, ein guter Ratgeber und Genosse. Er hinterlässt eine große Lücke – Wir werden Theodor Bergmann nicht vergessen.

Theodor Bergmann (7. März 1917 in Berlin – 12. Juni 2017 in Stuttgart)

Stuttgart, 12.06.2018

Linksjugend [‘solid] Stuttgart

 

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