Bus und Bahn zu jedem Ort!

Für uns als Linksjugend in Breisgau-Hochschwarzwald ist das Thema ÖPNV ein sehr wichtiges. Denn wollen wir gerade die ländlichen Regionen für alle attraktiver gestalten, so ist es von essenzieller Bedeutung einen zuverlässigen öffentlichen Personennahverkehr für alle Menschen zu schaffen. Dennoch zeigen sich zahlreiche Probleme, die es endlich anzugehen gilt.

Im Hochschwarzwald stellt wohl die Zugverbindung zwischen Titisee-Neustadt und Freiburg die wichtigste dar. Trotz der akzeptablen Anbindung, die durch den Schienenverkehr geboten wird, kann diese von vielen Menschen aus umliegenden Dörfern nicht zuverlässig genutzt werden, da die Busverbindungen dafür umso schlechter sind. Vielerorts, gerade in kleineren Dörfern, fahren nur 2 oder 3 Busse pro Tag, wodurch betroffene Gebiete von dem ÖPNV-Netz geradezu abgeschnitten werden.

Für Menschen, die auf dieses angewiesen sind, stellt dies ein erhebliches Problem dar.

Zusätzlich zu der offensichtlichen Ausrichtung des Systems auf die Zugverbindungen, ist der Nachtverkehr ein weiterer Konflikt. Spät Abends fährt im Hochschwarzwald nahezu kein Bus mehr, wodurch viele Menschen gezwungen sind, auf den MIV (Motorisierter Individualverkehr) zu setzten.

Die gleiche Problematik zeigt sich auch im Rheintal. Hier fährt lediglich ein Nachtbus, wenn die Kommunen dafür einen finanziellen Zuschlag zahlen.

Doch wenn der ÖPNV eine echte Alternative zum MIV bieten möchte und der ländliche Raum auch für jüngere Menschen attraktiv bleiben soll muss es überall die Möglichkeit geben mit dem Bus auch noch spät Abends nach Hause zu kommen.

Die Kommunen sind finanziell ohnehin meist schon sehr belastet, weshalb die Kosten hierfür über den Kreis laufen sollten, um allen einen zuverlässigen ÖPNV bieten zu können.

Zuverlässig wird dieser Außerdem auch nur dann, wenn eine regelmäßige Taktung, eine Verbindung am Wochenende und eine Abstimmung zwischen Bus- und Schienenverkehr gegeben sind.

Darüber hinaus darf nicht bei Ticketschalter oder warmen Bahnhofshallen eingespart werden. Dies ist allerdings die Befürchtung bei der lang umstrittenen Rheintalbahn am Müllheimer Bahnhof. Durch derartige Aktionen sinkt die Attraktivität der Nutzung des ÖPNV weiter und weiter.

Von reibungslosen Abläufen bzw. Zuverlässigkeit kann auch beim langjährigen Projekt Breisgau-S-Bahn 2020 vom ZRF (Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg) keine Rede sein.

Zahlreiche Planungsfehler, raus geschmissenes Geld und unrealistische Fahrplanvorstellungen führten am Ende lediglich dazu, dass die Breisgau-S-Bahn mehr zu einer echten Geduldsprobe für Schüler, Studenten, Pendler ect. wurde, als eine verlässliche Möglichkeit zur Mobilität zu bieten.

Unzählige Zugverspätungen und teilweise Totalausfälle gehörten schon zur Normalität. Gerade für Personen, die aufgrund ihrer Arbeit, der Schule oder sonstigen Tätigkeiten auf eine funktionierende Verbindung abgewiesen wären, ist dies nicht hinzunehmen.

Doch selbst bei einer Behebung all dieser Unannehmlichkeiten, wäre eine regelmäßige Nutzung des ÖPNV für viele unmöglich.

Die Kosten für Bus und Bahn steigen immer weiter an. Zwischen 2010 und 2018 um 23% in Deutschland. Die Ticketpreise sind für sozial bedürftige Menschen wie z.B Hartz 4 Empfänger nahezu unbezahlbar.

So sind im Harzt 4 Regelsatz 2020 beispielsweise lediglich 35,99€ für den Verkehr vorgesehen. Eine Regiokarte kostet aktuell allerdings ganze 62€.

Ohne die Möglichkeit für Menschen mit geringem Einkommen zur Mobilität kommt es zu sozialer Ausgrenzung. Eine Lösung für dieses Problem würde ein Sozialticket nach dem Beispiel einiger Landkreise und zahlreichen Städten – darunter auch Freiburg – bieten.

Freiburg führte das Sozialticket im Jahre 2016 ein. Dabei können Betroffene eine Regiokarte für bereits 34€, oder 2 mal 4-Fahrten-Karten für nur 8,55€ erwerben.

Breisgau-Hochschwarzwald ist diesem Beispiel bisher noch nicht gefolgt.

Am 16.12.2019 wurde der Antrag auf ein Sozialticket für Breisgau-Hochschwarzwald im Kreistag, mit der Begründung von angeblich fehlenden finanziellen Mitteln, zum dritten Mal abgelehnt.

In der gleichen Sitzung wurde allerdings ein Jobticket eingeführt sowie die Kreisumlagen von CDU und freien Wählern gesenkt (Diese stellen die wichtigste Einnahmequelle von Landkreisen dar).

Gerade in Breisgau-Hochschwarzwald ist ein Sozialticket allerdings unbedingt erforderlich, da – aufgrund der ländlichen Lage und der damit verbundenen großen Entfernungen – viele Menschen keine Möglichkeit zur Fahrradnutzung etc. haben. Ohne Mobilität findet hier eine massive Einschränkung statt.

Als Linksjugend Breisgau-Hochschwarzwald plädieren wir dafür, dass der ÖPNV endlich zu einer echten Alternative für alle wird. Ländliche Regionen müssen mit besseren Busverbindungen versorgt werden, Bahnverbindungen müssen zuverlässig sein und sozial bedürftige Menschen dürfen nicht von der Mobilität ausgeschlossen werden.