{"id":145,"date":"2020-08-27T15:15:00","date_gmt":"2020-08-27T13:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/breisgau\/?page_id=145"},"modified":"2020-08-27T15:20:09","modified_gmt":"2020-08-27T13:20:09","slug":"kultur-im-laendlichen-raum","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/breisgau\/positionen\/kultur-im-laendlichen-raum\/","title":{"rendered":"Kulturpolitik im l\u00e4ndlichen Raum"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Kulturpolitik ist ein sehr weitreichendes Themenfeld. Es umfasst  die Kunst, Musik, Literatur wie auch Bildung oder aber auch jegliche  Formen der gesellschaftlichen Beziehungen. Wir als Linksjugend  Breisgau-Hochschwarzwald sehen das Thema rund um die Kulturpolitik als  unabdingbar und wesentlich an. Kultur verbindet Menschen und tr\u00e4gt eine  enorm gro\u00dfe Bedeutung f\u00fcr gesellschaftliche Entwicklungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch zeigen sich gerade im l\u00e4ndlichen Raum viele M\u00e4ngel. So \nkonzentrierten sich die kulturellen Angebote in den letzten Jahren meist\n auf den urbanen Raum. Theater, Museen, Orchester, Bibliotheken oder \nFestivals finden sich zunehmend nur noch in den St\u00e4dten. Menschen, die \nin l\u00e4ndlichen Regionen leben und zudem, durch den unzureichend \nausgebauten \u00d6PNV, oftmals einen schlechten Zugang zur Mobilit\u00e4t haben, \nwerden somit h\u00e4ufig von der kulturellen Teilhabe ausgeschlossen. Wir \nfinden, dass dies nicht vertretbar ist. Eine Kulturpolitik, die sich als\n Gesellschaftspolitik versteht, hat die Aufgabe, alle Menschen \nmiteinzubeziehen. Dabei m\u00fcssen des Weiteren auch Menschen mit geringem \nEinkommen ber\u00fccksichtigt werden. Um auch ihnen einen finanziell \ntragbaren Zugang zur Kultur in der Region zu gew\u00e4hrleisten, bedarf es \nauch im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald einer Kulturcard zur \nUnterst\u00fctzung der sozial Benachteiligten, damit diese nicht noch weiter \naus der Gesellschaft ausgegrenzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Wegbrechen von Kulturangeboten auf dem Land bedeutet weniger \nBildung, weniger Informationen und der Verlust von gesellschaftlicher \nTeilhabe vor Ort.<br> Gl\u00fccklicherweise bietet der Kreis \nBreisgau-Hochschwarzwald auch in den l\u00e4ndlichen Regionen einige \nKulturangebote. So existieren beispielsweise einige kleine Museen. Diese\n sind allerdings nicht sonderlich attraktiv f\u00fcr j\u00fcngere Personen. Dieses\n Problem zeigt sich auch h\u00e4ufig bei Kinos in der Region, indem nur \nseltenst Jugendfilme laufen. Das kulturelle Angebot f\u00fcr Jugendliche auf \ndem Land ist schlichtweg unzureichend und muss dringend ausgebaut \nwerden, um den l\u00e4ndlichen Raum f\u00fcr alle attraktiv zu gestalten und die \nLandflucht der j\u00fcngeren Generation einzud\u00e4mmen. <\/p>\n\n\n\n<p><br> Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald bietet einige bekannte \nkulturelle Angebote. So finden seit 96 Jahren zum Beispiel die \nFestspiele in Breisach statt, die  jedes Jahr tausende Besucher \nwillkommen hei\u00dfen d\u00fcrfen. Damit diese wichtigen Kulturangebote auch im \nl\u00e4ndlichen Raum weiter bestehen oder gar ausgebaut werden k\u00f6nnen, bedarf\n es unbedingt massiven F\u00f6rderung durch das Land, welche auch auf die \nbesonderen Herausforderungen und Gegebenheiten des l\u00e4ndlichen Raums \neingeht. Ein zentraler Aspekt der Kulturf\u00f6rderung ist die Unterst\u00fctzung \ndes Ehrenamts. Ohne ehrenamtliches Engagement fielen die Kulturangebote \ndeutlich geringer aus und dennoch wird diese wichtige T\u00e4tigkeit h\u00e4ufig \n\u00fcberlastet und nicht ausreichend wertgesch\u00e4tzt. Deshalb setzten wir uns \nf\u00fcr eine professionelle Unterst\u00fctzung sowie eine finanzielle F\u00f6rderung \ndes Ehrenamts ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch nicht nur der Erhalt von Theater, Museen oder Bibliotheken ist \nein wichtiger Aspekt, dem man sich in der Kulturpolitik widmen muss, \nsondern auch die Bildung. Mit unserer Art des Lernens, insbesonders \nunseren Schulen, werden die Grundbausteine f\u00fcr das Leben der zuk\u00fcnftigen\n Generation gelegt. Die Kinder sollen in den Schulen auf ihr sp\u00e4teres \nLeben vorbereitet werden. Dementsprechend wichtig ist dieser Teilbereich\n der Kulturpolitik. <br> Wir setzten uns daf\u00fcr ein, dass Kinder in den \nSchulen, sowie bereits im fr\u00fchkindlichen Alter eine musikalische \nErziehung erfahren. Nicht nur werden die Kinder so bereits fr\u00fch an \nKultur herangef\u00fchrt, sondern lassen sich zudem nachweislich positive \nAuswirkungen auf verschiedenste Entwicklungsbereiche feststellen. <br> \nNeben einem verpflichtenden Musikunterricht in den meisten Schulen \nwerden somit h\u00e4ufig auch Musik- und Bl\u00e4serklassen in Grundschulen \nangeboten, was wir sehr begr\u00fc\u00dfen. Des Weiteres bestehen im Kreis mehrere\n Musikschulen, die eine musikalische F\u00f6rderung f\u00fcr Kinder, Jugendliche, \naber auch Erwachsene bereit stellen. Damit bezahlbare Geb\u00fchren f\u00fcr alle \ngarantiert werden, sind \u00f6ffentliche Mittel zur Finanzierung dieser \nSchulen von gro\u00dfer Wichtigkeit. Generell stehen wir daf\u00fcr ein, dass \nunsere Musikschulen im Kreis in die \u00f6ffentliche Hand gegeben werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Doch auch abseits von Schulen werden Kinder musikalisch gef\u00f6rdert. In\n Vereinen werden h\u00e4ufig sogenannte Vororchester oder Jugendkapellen \ngeboten. Diese bieten gerade j\u00fcngeren Menschen eine M\u00f6glichkeit sich mit\n gleichaltrigen musikalisch und kulturell zu entwickeln. In Zeiten der \naktuellen Corona-Krise werden Vereinen allerdings besonders hart \ngetroffen, da ein Treffen oder das Fortf\u00fchren der T\u00e4tigkeit nur unter \nsehr strengen Auflagen bzw. gar nicht m\u00f6glich ist\/war.<br> Dies \nerschwert die ohnehin schon komplizierte Situation f\u00fcr einige Vereine. \nDenn das Sozialleben hat sich in den letzten Jahren in vielen F\u00e4llen \nmerklich auf den digitalen Raum verschoben, sodass viele Vereine nur \nnoch wenige Neuzug\u00e4nge und allgemein kaum junge Mitglieder*innen \nverzeichnen. Auch wenn nicht alle Vereine, gerade in Bereichen wie \nFu\u00dfball, Handball oder Tennis, mit einem akuten Mangel an junge \nMitglieder*innen zu k\u00e4mpfen haben, ist auch hier, in diesen eher \nbeliebten Vereinen unter Jugendlichen, ein R\u00fcckgang festzustellen. <br> \nAbseits des ver\u00e4nderten Soziallebens spielt weiter auch das Aufkommen \nvon Ganztagsschulen, sowie ein allgemeiner Trend zu l\u00e4ngeren Schulzeiten\n eine entscheidende Rolle f\u00fcr den Verlust der jungen \nVereinsmitglieder*innen. Dem passen sich Schulen allerdings an, indem \nh\u00e4ufig M\u00f6glichkeiten des Engagements innerhalb der Schule geschaffen \nwerden. Dazu geh\u00f6ren z.B. Schulorchester, verschiedenste \nArbeitsgemeinschaften oder Nachhilfestunden, die f\u00fcr gew\u00f6hnlich auf die \nMittagsstunden in der Schule verlegt werden. Als L\u00f6sung f\u00fcr diese \nSituation muss die Verbindung zwischen den Sch\u00fcler*innen und Vereinen \nausgebaut werden. Vereine sollten sich den Angeboten der Schulen \nanschlie\u00dfen d\u00fcrfen, um somit nicht nur die Kapazit\u00e4ten der Schulen, \nsondern auch die eigenen Mitgliederzahlen zu erh\u00f6hen. Doch gibt es auch \nProbleme mit den innerschulischen Angeboten f\u00fcr die Kinder und \nJugendlichen. Lehrer werden f\u00fcr Arbeitsgemeinschaften nicht mehr \nfreigestellt und es bestehen nur wenige Anreize f\u00fcr sie, sich in diesen \nBereichen weiter zu engagieren. So drohen Arbeitsgemeinschaften, \nProjekte, Hausaufgabenbetreuungen und vieles mehr, was das Schulleben \nf\u00fcr Sch\u00fcler*innen, wie auch Eltern, attraktiver macht, deutlich weniger \nzu werden.  Schon im Jahr 2013 setzten sich mehr als 500 Sch\u00fcler*innen, \nEltern und auch Lehrer*innen vom Staufener Faust-Gymnasium gegen genau \ndiese Art der K\u00fcrzungen im Bildungsbereich ein und demonstrierten vor \ndem Regierungspr\u00e4sidium Freiburg. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine solche Beteiligung an kulturpolitischen Themen unter \nJugendlichen ist bemerkenswert und nur eines von zahlreichen Beispielen,\n welches zeigt, dass Jugendliche durchaus an einer Mitbestimmung \ninteressiert sind. Doch oftmals ist es f\u00fcr die j\u00fcngere Generation nicht \nleicht, sich politisch zu engagieren. Politische Emanzipation und \ndemokratische Beteiligung finden hier im l\u00e4ndlichen Raum oftmals nur \nsehr begrenzt statt. Jugendparteien und andere politische Vereinigungen \nf\u00fcr j\u00fcngere Menschen sind im l\u00e4ndlichen Raum nur in geringer Anzahl \nvorhanden. Zwar sind Jugendgemeinder\u00e4te in Baden-W\u00fcrttemberg  sehr \nverbreitet, doch meist konzentrieren sich diese lediglich auf die \nst\u00e4dtischen Gebiete mit mehreren Zehntausend Einwohner*innen. Hierbei \nhalten wir es f\u00fcr wichtig zu erw\u00e4hnen, dass dennoch ein Recht auf \nJugendbeteiligung in allen Gemeinden vorliegt, welches jederzeit \neingefordert werden kann.  <br>So bleibt der einzige Ber\u00fchrungspunkt mit\n Politik f\u00fcr Jugendliche im l\u00e4ndlichen Raum jedoch meist lediglich die \nSMV in den Schulen, die es Sch\u00fcler*innen erm\u00f6gliche soll Ideen, \nVorschl\u00e4ge und Kritik innerhalb der Schule zu \u00e4u\u00dfern. Doch das Konzept \nder SMV bietet den Sch\u00fcler*innen lange keine vollst\u00e4ndige M\u00f6glichkeit, \num ihre Interessen vollst\u00e4ndig und erfolgreich zu vertreten. <br>Solange\n die Jugendlichen es in den l\u00e4ndlichen Regionen nicht schaffen, selbst \neine politische Plattform zu gr\u00fcnden und zu unterhalten, fallen die \nM\u00f6glichkeiten f\u00fcr politisches Engagement vor Ort deshalb nur sehr gering\n aus. <br> Auch Jugendzentren und \u00e4hnliche R\u00e4ume f\u00fcr Jugendliche, sind \nim l\u00e4ndlichen Raum meist nicht vorzufinden. Obwohl diese Orte der \nBegegnung unter Jugendlichen unglaublich wichtig f\u00fcr die freie \nEntfaltung dieser sind, bestehen sie meistens lediglich in Gebieten mit \ngr\u00f6\u00dferer Einwohnerzahl. Ein fester Treffpunkt f\u00fcr ungest\u00f6rte Gespr\u00e4che, \nzum Musikh\u00f6ren, um feiern zu gehen und vieles mehr fehlt somit. \nAllgemein sind die kulturellen Angebote auf dem Land f\u00fcr Jugendliche \nunzureichend und m\u00fcssen dringend erweitert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir als Linksjugend Breisgau-Hochschwarzwald setzten uns f\u00fcr eine \nErm\u00f6glichung der kulturellen Teilhabe aller ein. Gerade im l\u00e4ndlichen \nRaum muss Platz f\u00fcr eine kulturelle Entwicklung und Emanzipation der \nJugendlichen in zahlreichen Bereichen geschaffen werden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kulturpolitik ist ein sehr weitreichendes Themenfeld. Es umfasst die Kunst, Musik, Literatur wie auch Bildung oder aber auch jegliche Formen der gesellschaftlichen Beziehungen. 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