{"id":2845,"date":"2025-10-14T15:09:34","date_gmt":"2025-10-14T15:09:34","guid":{"rendered":"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/freiburg\/?p=2845"},"modified":"2025-10-14T15:14:34","modified_gmt":"2025-10-14T15:14:34","slug":"beschluss-zur-positionierung-zur-ein-staaten-loesung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/freiburg\/beschluss-zur-positionierung-zur-ein-staaten-loesung\/","title":{"rendered":"Beschluss zur Positionierung zur Ein-Staaten-L\u00f6sung"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Beschluss vom 01.10.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Ein-Staaten-L\u00f6sung ist der einzige Weg zum Frieden, bei dem kein Genozid begangen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Beschluss kn\u00fcpft an den letzten Beschluss &#8222;<a href=\"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/freiburg\/palaestina-standpunkt-zur-lage-und-dem-beschluss-des-parteivorstands-am-8-mai-2025\/\">Pal\u00e4stina \u2013 Standpunkt zur Lage und dem Beschluss des Parteivorstands am 8. Mai 2025<\/a>&#8220; an. Genauer bezieht er sich auf die folgende Stelle:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Eine ausgewogene Positionierung erfordert die klare Forderung der Anerkennung des pal\u00e4stinensischen Staates. Die Forderung nach der Anerkennung eines souver\u00e4nen pal\u00e4stinensischen Staates in den Grenzen von 1967 w\u00e4re ein Schritt in diese Richtung, auch wenn eine L\u00f6sung mit einem emanzipatorischen einheitlichen Staat die bessere w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir m\u00f6chten hervorheben, dass wir der Meinung sind, dass keine Nationalstaaten ein Existenzrecht haben. Ausschlie\u00dflich Menschen haben die Rechte an dem von ihnen gew\u00e4hlten Ort zu leben und das ohne Verfolgung, Leid, Vertreibung und Genozid erleben zu m\u00fcssen.<br>Au\u00dferdem sind wir der Meinung, dass wir nicht in der Position sind, f\u00fcr die Menschen vor Ort zu entscheiden, wie sie zusammen leben sollen. Damit diese Debatte vor Ort gef\u00fchrt werden kann und auch von internationalen Gerichten anerkannt wird, ist die v\u00f6lkerrechtlich anerkannte L\u00f6sung die Anerkennung Pal\u00e4stinas als Staat. Dies ist allerdings erst der Anfang der L\u00f6sung des Nahostkonflikts. Ob dieser Ansatz zu einer dauerhaften Zweistaatenl\u00f6sung f\u00fchrt oder nicht, liegt nicht in unserer Hand.<br>Dieser Ansatz ist nicht optimal, aber die schnellste M\u00f6glichkeit den Genozid zu stoppen und den Pal\u00e4stinenser*innen die M\u00f6glichkeit zu geben f\u00fcr ihre Rechte einzustehen.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wir m\u00f6chten in diesem Beschluss unsere Position erl\u00e4utern und ungenaue Formulierungen und Fehler aus dieser Stelle korrigieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Beginn des Konflikts<\/h2>\n\n\n\n<p>Dieser Konflikt begann nicht am 7. Oktober 2023. Dieser Tag und der terroristische \u00dcberfall der Hamas, welcher zum Ziel hatte israelische Gei\u00dfeln zu nehmen, um sie sp\u00e4ter gegen pal\u00e4stinensische Geiseln einzutauchen, war lediglich ein weiteres Event, welche der zionistischen Regierung Israels in die H\u00e4nde spielte. Als Reaktion auf diesen Angriff konnte eine alte Taktik, welche sich w\u00e4hrend der ersten Wochen der ethnischen S\u00e4uberung 1947 als nicht effektiv erwiesen hatte, da die pal\u00e4stinensische Bev\u00f6lkerung j\u00fcdische Siedlungen nicht aggressiv bek\u00e4mpften, sondern sich lediglich nach Normalit\u00e4t sehnten und diese auch lebten, angewendet werden. Die Gewalt an den Pal\u00e4stinenser:innen wird als Vergeltung, auf Hebr\u00e4isch &#8222;tagmul&#8220; verkauft. Und so die Brutalit\u00e4t der folgenden Angriffe auf Pal\u00e4stinenser:innen vor der Welt zu rechtfertigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der endlose Konflikt zwischen der zionistischen Bewegung und den Pal\u00e4stinenser:innen begann am 2. November 1917 mit der Balfour-Erkl\u00e4rung. Dem Versprechen von Gro\u00dfbritannien, eines j\u00fcdischen Nationalstaats f\u00fcr die j\u00fcdischen Siedler:innen.<br>Durch die Teilungsresolution der UN, welche am 29.11.1947 verabschiedet wurde, spannte sich die Situation weiter an, sodass es Anfang Dezember \u2013 also f\u00fcnf Monate vor der Gr\u00fcndung des Staats Israel, wodurch eine &#8222;Selbstverteidigung&#8220; des Staates ausgeschlossen ist \u2013 zu den ersten ethnischen S\u00e4uberung der Nakba.<br>In den folgenden Monaten der ethnischen S\u00e4uberung der, durch die UN Teilungsresolution, den j\u00fcdischen Siedler:innen zugesprochenen Teil Pal\u00e4stinas \u2013 und auch Teile des arabischen Gebietes \u2013 wurde die H\u00e4lfte des pal\u00e4stinensischen Volkes vertrieben und die H\u00e4lfte der pal\u00e4stinensischen D\u00f6rfer zerst\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Nakba<\/h2>\n\n\n\n<p>In diesem Abschnitt werden die Ereignisse der Nakba kurz geschildert, um die Zusammenh\u00e4nge mit den Vorg\u00e4ngen in Gaza und der Westbank sowie die zionistische Ideologie zu verstehen.<br>In den meisten Schilderungen der Geschehnisse beziehen wir uns auf das Buch &#8222;Die ethnische S\u00e4uberung Pal\u00e4stinas&#8220; von Ilan Pappe.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Nur ein Staat mit mindestens 80% Juden ist ein lebensf\u00e4higer und stabiler Staat&#8220;, hie\u00df es in einer Rede von Ben Gurion \u2013 ein j\u00fcdischer Migrant der 1906 aus Polen nach Pal\u00e4stina kam und sich von David Gr\u00fcn in David Ben Gurion umbenannte, um bei der Gr\u00fcndung einer Untergrundarmee, welche einem zuk\u00fcnftigen j\u00fcdischen Staat dienen und f\u00fcr ihn k\u00e4mpfen w\u00fcrde, zu helfen \u2013 vom 3.12.1947 vor Parteimitgliedern der Mapai.<br>Um das zu erreichen und die Pal\u00e4stinenser:innen, die durch das Leben in Pal\u00e4stina, diesem Ziel entgegenstehen &#8222;k\u00f6nnen sie [Pal\u00e4stinenser:innen] massenhaft verhaftet oder vertrieben werden; besser ist, sie zu vertreiben&#8220;, wie Gurion 22 Tage zuvor einem Gremium der Jewish Agency erl\u00e4uterte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">&#8222;gewaltsame Erkundung&#8220;<\/h3>\n\n\n\n<p>Einen Monat sp\u00e4ter, am 11.12.1947, begannen die Einsch\u00fcchterungsversuche der Pal\u00e4stinenser:innen in einigen D\u00f6rfern durch n\u00e4chtliche Terrorisierung durch j\u00fcdische Truppen.<br>Bei der \u201cgewaltsamen Erkundung\u201d, wie sie von den j\u00fcdischen Truppen genannt wurden, wurde gegen Mitternacht in ein wehrloses Dorf eingefallen und es besetzt.<br>Es wurde auf alles geschossen, was sich bewegte oder es wagte, das Haus zu verlassen.<br>Nach einigen Stunden zogen sich die Besetzer dann wieder zur\u00fcck und hinterlie\u00dfen ein Gef\u00fchl von Unsicherheit und Angst bei den Dorfbewohner:innen.<br>Diese Aktionen wurden zum Gro\u00dfteil von drei Organisationen durchgef\u00fchrt:<br>Der Hagana, der Irgun und der, aus einer Spaltung der Irgun entstandenen, Lechi, welche von der britischen Mandatsmacht auch als Stern-Gang oder Stern-Gruppe nach ihrem Gr\u00fcnder Avraham Stern bezeichnet wurde.<br>Es wurden vorerst zwei D\u00f6rfer ausgew\u00e4hlt, um diese Taktik durchzuf\u00fchren.<br>Diese D\u00f6rfer waren Deir Ayyub s\u00fcd\u00f6stlich von Ramla und Beit Affa im Gazastreifen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 21.12.1947 gegen 22 Uhr st\u00fcrmte ein Trupp von 20 j\u00fcdischen Soldaten ins Dorf und schossen wahllos auf Geb\u00e4ude. Sp\u00e4ter wurde das Dorf noch dreimal angegriffen, bis es im April 1948 endg\u00fcltig von Jischuw Kr\u00e4ften angegriffen wurde. Die \u00dcberlebenden wurden vertrieben bzw. zwangsdeportiert. Das Dorf wurde im Anschluss gepl\u00fcndert und komplett zerst\u00f6rt, um jegliche R\u00fcckkehrambitionen der Einwohner:innen zunichtezumachen.<br>In Beit Affa konnte der Angriff erfolgreich abgewehrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 18.12.1947 \u00fcberfielen zionistische Truppen Khisas. Ein Dorf, in dem ein paar hundert Muslime und etwa hundert Christen in Frieden zusammenlebten.<br>Bei dem \u00dcberfall wurden wahllos H\u00e4user gesprengt und dabei 15 Bewohner:innen get\u00f6tet. Die Hagana leugnete das Geschehen erst, bis sie es schlie\u00dflich zugaben.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer Sitzung der Beratergruppe um Ben Gurion am 17.12.1947 wollte man sich eher auf Stadtviertel in Pal\u00e4stina konzentrieren. Als erstes Ziel wurde Haifa ausgesucht und die 75000 dort lebenden Pal\u00e4stinenser:innen durch gemeinsame Aktionen der Hagana und Irgun terrorisiert.<br>Die zionistischen Truppen lie\u00dfen Sprengstofff\u00e4sser und riesige Stahlkugeln von nahegelegenen H\u00e4ngen in das Stadtviertel rollen, gossen ein Gemisch aus \u00d6l und Benzin auf die Stra\u00dfen, lie\u00dfen es herunterflie\u00dfen und z\u00fcndeten es an. Als die Bewohner:innen daraufhin aus ihren H\u00e4usern kamen, um das Feuer zu l\u00f6schen, wurden sie mit Maschinenpistolen beschossen. Mitglieder der Truppen brachten Autos, die mit Autobomben ausgestattet waren, in pal\u00e4stinensische Werkst\u00e4tten und zerst\u00f6rten sie damit.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Versch\u00e4rfung ab Februar<\/h3>\n\n\n\n<p>&#8222;Es ist jetzt notwendig, energisch und brutal zu reagieren. Wir m\u00fcssen Zeitpunkt, Ort und die, die wir angreifen, sorgf\u00e4ltig ausw\u00e4hlen. Wenn wir eine Familie beschuldigen, m\u00fcssen wir erbarmungslos gegen sie vorgehen, Frauen und Kinder eingeschlossen. Sonst ist es keine effektive Reaktion. W\u00e4hrend der Operation ist es nicht n\u00f6tig, zwischen schuldig und unschuldig zu unterscheiden&#8220;, schrieb Ben Gurion in seinem Tagebuch.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen\u00fcber der j\u00fcdischen Gemeinschaft betonte er, dass dieser (sehr einseitige) \u201cKrieg\u201d darauf abzielte, die j\u00fcdische Gemeinde zu zerst\u00f6ren und zu eliminieren.<br>Die j\u00fcdischen Opfer der gewaltvollen Auseinandersetzungen zwischen den zionistischen Angreifern und Dorfbewohnern, die versuchten ihre D\u00f6rfer zu verteidigen (falls es \u00fcberhaupt Widerstand gab), wurden als Opfer eines \u201czweiten Holocaust\u201d dargestellt. Gurion zielte damit darauf ab, dass die Juden, die gerade den Holocaust erlebt hatten, nicht davon zur\u00fcckschrecken die Pal\u00e4stinenser:innen zu vertreiben.<br>W\u00e4hrend dieser Reden und Ansprachen fand die Provokation der Zionisten und die Passivit\u00e4t der Pal\u00e4stinenser:innen keine Erw\u00e4hnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Daraufhin begannen die zionistischen Truppen mit der ethnischen S\u00e4uberung ganzer D\u00f6rfer.<br>Am 13.2.1948 wurden in Jaffa willk\u00fcrlich H\u00e4user mitsamt den Menschen darin in die Luft gejagt, um die pal\u00e4stinensischen Bewohner:innen zu vertreiben.<br>Es wurden Angriffe auf die unbewaffneten und nicht verteidigungsf\u00e4higen D\u00f6rfer Qisarya, Khirbat al-Burj und Barrat Qisarya durchgef\u00fchrt. Letzteres ist daraufhin \u201crestlos verschwunden\u201d. In diesen D\u00f6rfern lebten Pal\u00e4stinenser:innen und J\u00fcd:innen Seite an Seite, friedlich nach dem Motto \u201cleben und leben lassen\u201d bis zur S\u00e4uberung zusammen.<br>Im Dorf Sa&#8217;sa hie\u00df der Befehl 20 H\u00e4user sprengen und so viele Bewohner wie m\u00f6glich zu t\u00f6ten. Die zionistischen Truppen sprengten 35 H\u00e4user und t\u00f6teten 60 bis 80 Menschen. Darunter viele Kinder.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz dieser Angriffe kam kaum Kampfwille bei den Pal\u00e4stinenser:innen auf. Die D\u00f6rfer wurden kaum verteidigt und es wurden keine Gegenangriffe gestartet. Die meisten Vertriebenen dachten, dass sie bald wieder in ihre D\u00f6rfer zur\u00fcckkehren und ihr gewohntes Leben fortf\u00fchren k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend dieser Operationen stand Pal\u00e4stina noch unter der Mandatsverwaltung Gro\u00dfbritanniens. Die britischen Truppen und Verwalter unternahmen allerdings nichts dagegen und schauten nur zur.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Plan Dalet<\/h3>\n\n\n\n<p>Plan Dalet (vom hebr\u00e4ischen Buchstaben Dalet (\u05d3)) war die vierte Iteration des Planes zur Eroberung des arabischen Teils des Mandatsgebietes. Nach den Pl\u00e4nen Aleph (\u05d0), Bet (\u05d1), und Gimel (\u05d2) wurde Plan Dalet am 10.03.1948 fertiggestellt und anschlie\u00dfend von Truppen der Haganah, Palmach, Irgun und Lehi ausgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Plan war eine Strategie\u00e4nderung. Die zionistischen Truppen sollten von einer eher defensiven zu einer offensiveren Strategie \u00fcbergehen. Die Hauptziele waren neben der Eroberung des arabischen Teils des Mandatsgebietes auch, den j\u00fcdischen Staat auszurufen und die Grenzen dieses Staates, sowie J\u00fcd:innen innerhalb und au\u00dferhalb dieser zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anhand der zuvor angelegten Dorf-Dossiers wurden die Angriffe auf D\u00f6rfer und deren ethnische Reinigung effizienter, gezielter und blutiger.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 9.04.1948 gegen 4:30 Uhr wurde Deir Yasin von Truppen der Irgun, Lechi und Palmach angegriffen. Die Zionisten drangen in das Dorf ein und nahmen die H\u00e4user mit Maschinenpistolen unter Beschuss. 200 der 600 Dorfbewohner:innen konnten \u00fcber einen Fluchtkorridor aus dem Dorf fliehen, wurden dann aber teilweise vom Nachbardorf aus erschossen. Die Angreifer sprengten die T\u00fcren der H\u00e4user und feuerten ins Innere oder warfen Granaten hinein. Die \u00fcbrigen \u00dcberlebenden wurden an einem Ort zusammengetrieben und Menschen, die laut den Dorf-Dossiers verd\u00e4chtigt wurden, sich an Aufst\u00e4nden beteiligt zu haben, wurden ermordet. Es wurden Leichen gesch\u00e4ndet und Frauen vergewaltigt.<br>Ein Augenzeuge beschreibt die Geschehnisse so:<br>&#8222;Sie holten uns nacheinander heraus, erschossen einen alten Mann, und als eine seiner T\u00f6chter schrie, erschossen sie sie ebenfalls. Dann riefen sie meinen Bruder Muhammad und erschossen ihn vor unseren Augen, und als meine Mutter sich schreiend \u00fcber ihn beugte \u2013 sie hatte noch meine kleine Schwester Hudra im Arm, die sie gerade stillte \u2013, erschossen sie sie auch.&#8220;<br>Die zionistischen Angreifer befahlen den Kindern, sich an einer Wand aufzustellen und feuerten &#8222;zum Spa\u00df&#8220; auf sie.<br>W\u00e4hrend des Massakers wurden 93 Menschen get\u00f6tet. Und weitere Opfer als &#8222;im Kampf get\u00f6tet&#8220; nicht in den offiziellen Listen gef\u00fchrt.<br>Unter den Opfern waren auch 30 Babys.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;T\u00f6tet jeden Araber, den ihr trefft, setzt alles Brennbare in Brand und spreng die T\u00fcren auf&#8220;, war der Befehl des Massakers in Haifa. Daraufhin ergossen sich brennende Benzinstr\u00f6me und Sprengstofff\u00e4sser von den umliegenden H\u00e4ngen. Alle wurden zum Marktplatz getrieben und dort von M\u00f6rsern und Heckensch\u00fctzen in Beschuss genommen.<br>Ein Augenzeuge berichtet: &#8222;M\u00e4nner trampelten \u00fcber ihre Freunde, Frauen \u00fcber ihre eigenen Kinder. Die Schiffe im Hafen waren schnell voll von lebendiger Fracht. Sie waren furchtbar \u00fcberf\u00fcllt. Viele kenterten und sanken mit allen Passagieren.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>In Akko wurde das Wasser mit Typhus vergiftet, woraufhin eine Epidemie ausbrach. \u00dcber Lautsprecher ert\u00f6nten Ansagen: &#8222;Ergebt euch oder begeht Selbstmord. Wir werden euch bis zum letzten Mann vernichten.&#8220;<br>Ein \u00e4hnlicher Versuch, das Wasser in Gaza zu vergiften, wurde am 27. Mai von \u00c4gypten verhindert.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen Januar und Mai 1948 wurden 250000 Pal\u00e4stinenser:innen aus ihren D\u00f6rfern vertrieben und zahlreiche Menschen wurden dabei ermordet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Massaker nach der Gr\u00fcndung des Staates Israel<\/h2>\n\n\n\n<p>Am 14. Mai 1948 wurde der Staat Israel und am 31. Mai 1948 die IDF gegr\u00fcndet. Durch die IDF wurden die Untergrundorganisationen Hagana, Palmach, Irgun und Lechi, die die bisherigen Massaker durchf\u00fchrten, ein offizieller Teil Israels und f\u00fchrten die ethnische S\u00e4uberung unter neuem Namen im Auftrag des Staates fort.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Massaker in Tantura<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eEr hatte eine Sten (Maschinenpistole) und t\u00f6tete sie. Sie standen an der Wand, alle mit dem Gesicht zur Wand. Er kam von hinten und schoss ihnen in den Kopf, allen\u201c, berichtet ein Augenzeuge.<br>Am 22.05.1948 wurde das Dorf Tantura mit 1500 Einwohner:innen von allen Seiten eingekesselt. Zwei Zionisten liefen Amok und t\u00f6teten wahllos Menschen. Die \u00fcbrigen wurden zum nahegelegenen Strand gebracht und in M\u00e4nner (zwischen 10 und 50 Jahren) und Frauen und Kinder aufgeteilt. 230 der M\u00e4nner wurden hingerichtet, teils als Vergeltung, teils aufgrund von Verh\u00f6ren zu einem nicht existenten Waffenlager. Die M\u00e4nner wurden 200 Meter entfernt vor den Augen der Frauen und Kinder hingerichtet. Zwei Pal\u00e4stinenser mussten danach Massengr\u00e4ber f\u00fcr die Leichen ausheben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Massaker und Kriegsverbrechen in Safsaf<\/h3>\n\n\n\n<p>Nach tagelangem M\u00f6rserbeschuss \u2013 wobei schon vor dem eigentlichen Angriff Menschen starben und die Leichen dieser nicht geborgen werden konnten, da unaufh\u00f6rlich weiter geschossen wurde \u2013 wurde das Dorf am 29.10.1948 \u00fcber Nacht schnell eingenommen.<br>Am Morgen wurde dann die \u00fcbliche Prozedur durchgef\u00fchrt. Alle Dorfbewohner:innen wurden auf dem Dorfplatz versammelt und 70 M\u00e4nner als &#8222;Verd\u00e4chtige&#8220; bestimmt und hingerichtet. Die \u00fcbrigen Bewohner:innen wurden vertrieben. W\u00e4hrend der Flucht wurde, wie auch bei anderen D\u00f6rfern, \u00fcber die K\u00f6pfe der Fliehenden geschossen.<br>M\u00fcndliche \u00dcberlieferungen berichten davon, wie eine schwangere Frau mit dem Bajonett aufgespie\u00dft wurde und von der Vergewaltigung von vier Frauen und einem M\u00e4dchen vor den Augen der Dorfbewohner:innen. Auch wenn ein gesundes Misstrauen bei m\u00fcndliche \u00dcberlieferungen gut ist, gibt es hierbei keinen Grund daran zu zweifeln.<br>Nach dem Massaker mussten einige Dorfbewohner:innen, darunter 5 Jungen, zur\u00fcckbleiben, um die Leichen zu sammeln und zu begraben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Massaker in Dawaymeh<\/h3>\n\n\n\n<p>Am 28.10.1948 besetzte das 89. Bataillon der Brigade Acht das Dorf, welches durch den Strom an Fliehenden aus umliegenden D\u00f6rfern von 2000 auf 6000 Bewohner:innen angewachsen war.<br>Eine halbe Stunde nach dem Mittagsgebet kamen 20 Panzerfahrzeuge aus der einen und Soldaten aus der andern Richtung und r\u00fcckten im Halbkreis ins Dorf vor. Die Panzerfahrzeuge er\u00f6ffneten das Feuer mit automatischen Waffen und Gesch\u00fctzen.<br>Da die Vertreibung nicht so einfach wie sonst gelang, sprangen die Soldaten von den Panzern und schossen wahllos auf schutzsuchende Menschen.<br>Z\u00e4hlungen am n\u00e4chsten Tag ergaben 455 Vermisste, darunter 170 Kinder und Frauen.<br>J\u00fcdische Soldaten berichteten innerhalb von wenigen Tagen von grauenvollen Szenen. Babys mit gespaltenen Sch\u00e4deln, Frauen, die vergewaltigt oder lebendig in ihren H\u00e4usern verbrannt wurden und erstochenen M\u00e4nnern.<\/p>\n\n\n\n<p>Keine israelischen Soldaten wurden je f\u00fcr Kriegsverbrechen verurteilt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Haft und Besetzung<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Haftbedingungen<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201e[Als die Wachen merkten, dass 20 Insassen ausgebrochen waren,] steckte man uns, die Leute aus Tantura, in einen K\u00e4fig, sch\u00fcttete uns \u00d6l \u00fcber die Kleider und nahm uns die Decken weg\u201c, berichtete ein Insasse aus einem der Gefangenenlager.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wurden f\u00fcnf zentrale Gefangenenlager errichtet. Das gr\u00f6\u00dfte hatte 1949 circa 9000 Insassen. Zus\u00e4tzlich wurden 3 Arbeitslager gebaut, um Pal\u00e4stinenser:innen f\u00fcr Israel arbeiten zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es fanden Massenexekutionen statt. Die Hagana-Richtlinie zur Behandlung der Kriegsgefangenen lautete: \u201eDie Freilassung oder Eliminierung eines Gefangenen bedarf einer Genehmigung des Geheimdienstoffiziers.\u201c<br>Das sch\u00fctzte die Insassen allerdings nicht vor k\u00f6rperlicher oder psychischer Gewalt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zeugenberichte aus diesen Lagern aus einem Interview von Muhammad Nimr al-Khathib berichteten davon, dass die \u00dcberlebenden des Massakers von Tontura in einem Verhau in er N\u00e4he eingesperrt wurden. Dort waren sie drei Tage ohne Essen, bis sie auf Laster gesto\u00dfen wurden. Ihnen wurde befohlen, sich zu setzen, was wegen der Enge gar nicht m\u00f6glich war, und man drohte ihnen, sie andernfalls zu erschie\u00dfen. Sie schossen zwar nicht, pr\u00fcgelten aber auf ihre K\u00f6pfe ein und Blut spritzte \u00fcberall hin. Mit den Lastern wurden sie in ein Arbeitslager nach Umm Khalid gebracht.<br>Dort mussten sie in den Steinbr\u00fcchen arbeiten und gro\u00dfe Steine schleppen. Sie lebten von einer Kartoffel am Morgen und einem halben Trockenfisch zu Mittag. Sich zu beklagen war zwecklos, da das als Ungehorsam mit schwerer Pr\u00fcgelstrafe beantwortete wurde.<br>Nach 15 Tagen wurden 150 M\u00e4nner in ein zweites Lager nach Jalil verlegt, wo man sie \u00e4hnlich behandelte: \u201eWir mussten den Schutt zerst\u00f6rter arabischer H\u00e4user wegr\u00e4umen. Eines Tages sagte uns der ein Offizier in gutem Englisch, dass wir \u2018ab sofort\u2019 gem\u00e4\u00df der Genfer Konvention behandelt w\u00fcrden. Und tats\u00e4chlich verbesserten sich die Bedingungen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Besatzung Jaffa\u2019s<\/h3>\n\n\n\n<p>&#8222;Viele werden ohne Grund verhaftet&#8220;, schrieb der Gouverneur von Jaffa an Ben Gurion.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Monate nach der Besatzung Jaffas fand das Rote Kreuz haufenweise Leichen. Jaffas Milit\u00e4rgouverneur gab zu, die IDF hatte sie erschossen, weil sie sich nicht an Anweisungen gehalten hatten. Alle, die w\u00e4hrend der Ausgangssperre zwischen 17 und 6 Uhr angetroffen werden, wurden erschossen.<br>Es wurden, von der israelischen Armee geplante und von einzelnen Personen sporadische Pl\u00fcnderungen von Grundnahrungsmitteln unter dem Vorwand der Suche nach Waffen ausgef\u00fchrt. Diese Pl\u00fcnderungen gingen mit starker Pr\u00fcgel und Folter einher. Kirchen und Moscheen wurden entweiht. Schulen und Kl\u00f6ster verw\u00fcstet. H\u00e4user wurden abgerissen und L\u00e4den in Brand gesteckt.<br>Es wurden spezielle R\u00e4umlichkeiten gefunden, in denen arabische Bewohner:innen misshandelt und gefoltert wurden. Es wurden zahlreiche Vergewaltigungen an jungen Frauen und Kindern durch zahlreiche Quellen wie die UN, das Rote Kreuz, Israels Milit\u00e4rarchiv, Gurions Tagebuch, T\u00e4ter- und Opferaussagen best\u00e4tigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Einer der schlimmsten F\u00e4lle war die Entf\u00fchrung eines 12-j\u00e4hrigen M\u00e4dchens am Nordrand des heutigen Gazas durch 22 IDF Soldaten. Sie wurde als Sexsklavin gehalten, kollektiv vergewaltigt und letztendlich umgebracht. Die h\u00f6chste Strafe bekam der Soldat, der sie umgebrachte, mit zwei Jahren Haft.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nach der S\u00e4uberung<\/h3>\n\n\n\n<p>Nach der Gr\u00fcndung des &#8222;Ausschuss f\u00fcr arabische Angelegenheiten&#8220; im August 1948 lockerten sich die Besatzungsregime etwas.<br>Dieser Ausschuss bestand unter anderem auch aus Mitgliedern der Beratungsgruppe, die an der Planung und Umsetzung der S\u00e4uberung teilgenommen hatten.<br>Die erste Aufgabe dieses Ausschusses war der Umgang mit dem wachsendem internationalen Druck, die Fl\u00fcchtlinge wieder zur\u00fcckzulassen. Statt diesem Druck nachzugeben und die R\u00fcckkehr, die in UN Resolution 194 gefordert wurde, zuzulassen, wurde sich f\u00fcr die Umsiedlung der vertriebenen Pal\u00e4stinenser:innen in Nachbarl\u00e4nder eingesetzt.<br>Das zur\u00fcckgelassene Verm\u00f6gen und Land der Vertriebenen wurde unter israelische Verwaltung gestellt und nicht direkt \u00fcbernommen, da so die Resolution 194 umgangen werden sollte. Sp\u00e4ter wurde es dann unter dem Vorwand &#8222;keiner hat Anspruch darauf erhoben&#8220; an \u00f6ffentliche oder private j\u00fcdische Gruppen verkauft. Da das Land unter israelischer staatlichen Verwaltung stand und somit Staatsland war, durfte es nicht an \u201aAraber\u2018 verkauft werden.<br>Januar 1949 besiedelten j\u00fcdische Kolonisten die ger\u00e4umten Ortschaften Kuwaykat, Ras al-Naqara, Birwa, SafSaf, Sa&#8217;Sa und Lajjun, und bauten neue St\u00e4dte \u00fcber die alten. Sie waren getrieben von dem Wunsch, Geschichte und Kultur der Pal\u00e4stinenser:innen auszul\u00f6schen und durch eine vorfabrizierte andere Version zu ersetzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zementierung der Besatzung<\/h3>\n\n\n\n<p>Die circa 150&nbsp;000 zur\u00fcckgeblieben Pal\u00e4stinenser:innen wurden zu \u201aisraelischen Arabern\u2018 erkl\u00e4rt und unter Milit\u00e4rverwaltung, die auf der britischen Mandatsverwaltung von 1945 basierte, gestellt.<br>Die Bestimmungen, welche vergleichbar mit N\u00fcrnberger Rassengesetze sind, schafften Meinungsfreiheit, Bewegungsfreiheit, Organisationsfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz ab.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Landraub 1950\u20132000<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Land der Vertriebenen wurde zum Bau j\u00fcdischer Siedlungen oder zur Aufforstung freigegeben. Den Israelis wurde kommuniziert, das w\u00fcrde &#8222;neu Siedlungen schaffen&#8220; und &#8222;die W\u00fcste bl\u00fchen lassen&#8220;. Die Aufforstung wurde als \u00f6kologische Mission dargestellt. Die \u00fcbrigen 1,3 Millionen Pal\u00e4stinenser:innen lebten auf 2% der Fl\u00e4che Israels und hatten 1% zur Landwirtschaft. Auf dieser Fl\u00e4che durfte nicht gebaut werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Memorizid<\/h2>\n\n\n\n<p>&#8222;\u00dcber 700&nbsp;000 Oliven- und Orangenb\u00e4ume wurden von den Israelis zerst\u00f6rt. Das ist ein Akt schieren Vandalismus durch einen Staat, der behauptet, Umweltschutz zu betreiben. Wie abscheulich und besch\u00e4mend.&#8220;, so Ronnie Kasrils, Wasser- und Forstminister S\u00fcdafrikas, in einer Rede in London, 30. November 2002.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Begr\u00fcndung, dass &#8222;im Laufe der Fremdherrschaft \u00fcber Eretz Israel [\u2026] die urspr\u00fcnglichen hebr\u00e4ischen Namen ausgel\u00f6scht, verf\u00e4lscht [wurden] und [\u2026] zuweil verfremdete Formen an[nahmen]&#8220;, wurde auf den zerst\u00f6ren Orten neue errichtet und umbenannt. Die Existenz zerst\u00f6rter Orte wird durch Aufforstung geleugnet und der israelischen Bev\u00f6lkerung wird erz\u00e4hlt, dass sich unter den W\u00e4ldern nur \u00d6dland befindet. Es wurden Nationalparks und Erholungsgebiete \u00fcber den zerst\u00f6ren D\u00f6rfern gebaut und auf Infotafeln und der Website des JNF bis heute die Nakba geleugnet. Das Einzige, was an die D\u00f6rfer erinnert, sind \u00fcbrig gebliebene Obst- und Olivenb\u00e4ume und Feigenkakteen, von denen viele Israelis denken, dass es wilde Pflanzen w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der JNF wird in Israel als \u00f6kologische Institution gesehen. Sie pflanzen einheimische Pflanzen, pflegen die W\u00e4lder, haben Pal\u00e4stina von einem \u00d6dland zu einem Wald gemacht und sorgen f\u00fcr Erholungsgebiete und Nationalparks. Die tats\u00e4chliche Bestrebung dahinter war und ist es Land, Ortsnamen und die Geschichte Pal\u00e4stinas zu entarabisieren und die Erinnerungen an die Nakba auszul\u00f6schen.<br>Nur 10% der Waldfl\u00e4che Israels stand schon von 1948 und nur 11% sind einheimische Pflanzen. Die restlichen B\u00e4ume sind haupts\u00e4chlich Nadelb\u00e4ume wie Kiefern und Zypressen, da sie sich gut an fremde Umgebungen anpassen und europ\u00e4isch aussehen.<br>Auf diese Weise wurden unter anderem der Wald von Birya auf einer Fl\u00e4che von 20&nbsp;000 Dunam und mindestens auf den sechs zerst\u00f6rten D\u00f6rfern Dishon, Alma, Qaddita, Amqa, Ayn al-Zaytun und Biriyya errichtet.<br>Auch der Ramat Menashe Park wurde auf den Ruinen zerst\u00f6rter D\u00f6rfer errichtet. Die Namen der Dorfruinen \u2013 Lajjun, Mansi, Kafrayn, Butaymat, Hubeiza, Daliyat al-Rawha, Sabbarin, Burayka, Sindiyana und Umm al-Zinat \u2013 werden nicht erw\u00e4hnt. Stattdessen wird in F\u00fchrungen, auf Internetseiten und Infotafeln davon gesprochen, dass die Stra\u00dfen von den Briten gebaut wurden und die \u00fcbrig gebliebenen Reste der Obstg\u00e4rten nat\u00fcrlich und nicht menschengemacht w\u00e4ren. Die Orte der Rundf\u00fchrung durch den Park tragen zwar die Namen der zerst\u00f6rten D\u00f6rfer auf Arabisch, die Erinnerungen an die D\u00f6rfer wurden allerdings vollst\u00e4ndig getilgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Infotafeln, Internetseite und Reisebrosch\u00fcren des JNF gehen &#8222;Umweltbewusstsein&#8220;, zionistische Ideologie und Ausl\u00f6schung der Vergangenheit Hand in Hand.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vollendung der Nakba \u2013 Genozid in Gaza und der Westbank<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Nakba hat nie geendet. Bis heute wird sie fortgesetzt.<br>Seit zwei Jahren verfolgen wir in Videos, Livestreams, Bildern und Aussagen von Opfern und T\u00e4ter:innen. Zwei Jahre, in denen mindestens 66&nbsp;000 Pal\u00e4stinenser:innen get\u00f6tet wurden. Davon 20&nbsp;000 Kinder, 12&nbsp;500 Frauen, 252 Journalist:innen und 1&nbsp;670 medizinische Hilfskr\u00e4fte. Es wird von 170&nbsp;000 verletzten und 500 verhungerten Menschen ausgegangen. Zus\u00e4tzlich muss von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden, da sich sehr wahrscheinlich noch tausende unidentifizierte Leichen unter den 50 Millionen Tonnen Tr\u00fcmmern von zerst\u00f6rten Geb\u00e4uden liegen. Es sind \u00fcber 70 Prozent aller Geb\u00e4ude in Gaza zerst\u00f6rt oder besch\u00e4digt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die IDF spielt Aufzeichnungen von weinenden Kindern und Frauen ab, um Pal\u00e4stinenser:innen nach drau\u00dfen zu locken und zu bombardieren. Es werden Quadrocopter eingesetzt, um auf Kinder und schwangere Frauen zu schie\u00dfen. Gezielte &#8218;Double-Taps&#8216; sorgen f\u00fcr Panik und Angst davor, Verletzten zu helfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Israelische Politiker:innen heizen die Brutalit\u00e4t der IDF noch weiter an. Immer wieder halten sie Reden, in denen Pal\u00e4stinenser:innen als \u201cTiere\u201d, das \u201cKrebsgeschw\u00fcr des Staates\u201d oder \u201cKakerlaken\u201d bezeichnet werden. Die genozidalen Absichten Israels werden immer wieder vor laufender Kamera von Politiker:innen durch das gesamte Politikspektrum Israels wiederholt.<br>IDF Soldat:innen vergewaltigen oder lassen, beispielsweise durch Hunde, vergewaltigen. Sie filmen sich dabei, wie sie Geb\u00e4ude mit Farbstoff als &#8222;Gender Reveal&#8220; sprengen, wie sie Kindern in den R\u00fccken schie\u00dfen und sich an zur\u00fcckgelassener Frauenunterw\u00e4sche belustigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt Interviews mit Soldat:innen der \u201cmoralischsten Armee der Welt\u201d, in denen sie ihren Einsatz mit Spielen wie Call of Duty vergleichen oder direkt Spiele daraus machen. Es gibt Berichte davon, wie Soldat:innen das Kinderspiel \u201cWer hat Angst vorm wei\u00dfen Hai\u201d an Hilfsstationen spielen: Wer sich bewegt wird erschossen.<br>All das im Namen des Kampfes gegen die Hamas. Einer Widerstandsorganisation, die von Israel finanziert und aufgebaut wurde. Einer Widerstandsorganisation, die am 7. Oktober 2023 illegitimen Widerstand geleistet hat, indem sie Zivilisten angegriffen hat. Eine Widerstandsorganisation, die schon ein paar Wochen danach nicht mehr handlungsf\u00e4hig war und keine Gefahr f\u00fcr Israel ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz all den Berichten, Videos, gerichtlichen Beschl\u00fcsse und handfesten Beweise werden uns immer wieder die gleichen Argumente entgegengebracht.<br>&#8222;Aber die Hamas hat angefangen.&#8220;<br>&#8222;Wir m\u00fcssen nur Netanjahu durch eine andere F\u00fchrungskraft austauschen.&#8220;<br>&#8222;Die Zwei-Staaten-L\u00f6sung bringt Frieden.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Weder hat die Hamas diesen Konflikt begonnen, noch kann er trotz Weiterbestehen des ethnonationalistischen Arpartheitsstaates Israel beendet werden. Es braucht eine endg\u00fcltige L\u00f6sung, welche kein weiteres Leid, keine Vertreibung und keinen Tod f\u00fcr beide Seiten bedeutet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein-Staaten-L\u00f6sung<\/h2>\n\n\n\n<p>Unter der Ein-Staaten-L\u00f6sung verstehen wir einen binationalen und demokratisch s\u00e4kularen Staat Pal\u00e4stina.<br>Also das friedliche Zusammenleben aller Menschen des Staatsgebietes Israel und die besetzten Gebiete Pal\u00e4stinas als gleichberechtigte Individuen \u2013 wie es vor der ethnischen S\u00e4uberung in vielen D\u00f6rfern gewesen ist \u2013 unter einer neuen Regierung als B\u00fcrger:innen eines neuen Staates Pal\u00e4stina.<br>Dieser Staat hat unter anderem die Aufgabe daf\u00fcr zu sorgen, dass die Verbrechen der Nakba, des Arpartheitsstaates Israel und der Genozid an den Pal\u00e4stinenser:innen in Gaza und der Westbank aufgearbeitet werden und somit auch der Memorizid an dem Leid der Pal\u00e4stinenser:innen so weit wie m\u00f6glich r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht wird, wobei die Benennung dieses Staates als Pal\u00e4stina einen ersten wichtigen Schritt darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der neue Staat w\u00fcrde weder ein &#8222;j\u00fcdischer Staat&#8220; noch ein &#8222;arabischer Staat&#8220; sein. Die derzeitige rechtliche Hierarchie, also israelische B\u00fcrger:innen mit vollen Rechten und Pal\u00e4stinenser:innen unter Milit\u00e4rbesatzung ohne B\u00fcrgerrechte, w\u00fcrde aufgehoben. Sie l\u00f6st das Problem der Besatzung und der Ungleichheit nicht durch Teilung, sondern durch vollst\u00e4ndige Integration und Gleichberechtigung.<br>Das &#8222;Recht auf R\u00fcckkehr&#8220; der pal\u00e4stinensischen Fl\u00fcchtlinge von 1948 und 1967 w\u00fcrde anerkannt und umgesetzt. Da es nur einen Staat g\u00e4be, k\u00f6nnten die Fl\u00fcchtlinge legal in das Gebiet zur\u00fcckkehren, in dem heute Israel liegt, und w\u00fcrden dort B\u00fcrger des neuen gemeinsamen Staates.<br>Angesichts der \u00fcber 700&nbsp;000 israelischen Siedler:innen im Westjordanland ist eine sinnvolle Trennung in zwei Staaten faktisch unm\u00f6glich geworden und w\u00fcrde in weitere Konflikte m\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Staat w\u00e4re religi\u00f6s neutral. Die Gesetze w\u00fcrden nicht auf j\u00fcdischem oder islamischem Recht basieren, sondern auf einer demokratischen Verfassung, die die Menschenrechte f\u00fcr alle garantiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch einen neuen Staat w\u00fcrde der ethnische Nationalismus als Wurzel des Konflikts angegangen. Ein s\u00e4kularer, ziviler Staat biete eine zeitgem\u00e4\u00dfere, inklusivere Form des Zusammenlebens.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen und weiterf\u00fchrendes Material<\/h2>\n\n\n\n<p>Ilan Pappe &#8211; Die ethnische S\u00e4uberung Pal\u00e4stinas (4. Auflage 2024)<br><a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/ng-interactive\/2025\/aug\/21\/revealed-israeli-militarys-own-data-indicates-civilian-death-rate-of-83-in-gaza-war\">https:\/\/www.theguardian.com\/world\/ng-interactive\/2025\/aug\/21\/revealed-israeli-militarys-own-data-indicates-civilian-death-rate-of-83-in-gaza-war<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OCGtHMxNrXY\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OCGtHMxNrXY<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.eslam.de\">https:\/\/www.eslam.de<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.un.org\/unispal\/document\/auto-insert-211083\/\">https:\/\/www.un.org\/unispal\/document\/auto-insert-211083\/<\/a><br><a href=\"https:\/\/gazacasualties.org\/\">https:\/\/gazacasualties.org\/<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/\">https:\/\/www.aljazeera.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@ley.sweet3\/video\/7548353945442307350\">https:\/\/www.tiktok.com\/@ley.sweet3\/video\/7548353945442307350<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@ajplus\/video\/7522971721297562894\">https:\/\/www.tiktok.com\/@ajplus\/video\/7522971721297562894<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@vincent.nr.5\/video\/7545587932330052886\">https:\/\/www.tiktok.com\/@vincent.nr.5\/video\/7545587932330052886<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7545873237478100254\">https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7545873237478100254<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7539459238481972510\">https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7539459238481972510<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7545420495190052127\">https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7545420495190052127<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7536951479656123678\">https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7536951479656123678<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7545464208406662430\">https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7545464208406662430<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@inilahcom\/video\/7528330304252054791\">https:\/\/www.tiktok.com\/@inilahcom\/video\/7528330304252054791<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7511301907197988127\">https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7511301907197988127<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7544661136285633822\">https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7544661136285633822<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@alarabiya\/video\/7532257622821457160\">https:\/\/www.tiktok.com\/@alarabiya\/video\/7532257622821457160<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@middleeasteye\/video\/7543589632240258326\">https:\/\/www.tiktok.com\/@middleeasteye\/video\/7543589632240258326<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7543625728890293534\">https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7543625728890293534<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@falestine1981\/video\/7544170090325871894\">https:\/\/www.tiktok.com\/@falestine1981\/video\/7544170090325871894<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@almashhadmedia\/video\/7537215766458928402\">https:\/\/www.tiktok.com\/@almashhadmedia\/video\/7537215766458928402<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7542130492905098527\">https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7542130492905098527<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7535506524454522143\">https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7535506524454522143<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@trthaber\/video\/7539069617696689409\">https:\/\/www.tiktok.com\/@trthaber\/video\/7539069617696689409<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7521727303659851039\">https:\/\/www.tiktok.com\/@aljazeeraenglish\/video\/7521727303659851039<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@c4news\/video\/7542583261566897430\">https:\/\/www.tiktok.com\/@c4news\/video\/7542583261566897430<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@nbcnews\/video\/7542615797034765581\">https:\/\/www.tiktok.com\/@nbcnews\/video\/7542615797034765581<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beschluss vom 01.10.2025 Die Ein-Staaten-L\u00f6sung ist der einzige Weg zum Frieden, bei dem kein Genozid begangen wird. 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