{"id":264,"date":"2017-05-12T12:28:22","date_gmt":"2017-05-12T10:28:22","guid":{"rendered":"http:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/heidelberg\/?p=264"},"modified":"2017-05-15T16:38:12","modified_gmt":"2017-05-15T14:38:12","slug":"heidelbergcement-kapitalismus-vom-feinsten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/heidelberg\/2017\/05\/12\/heidelbergcement-kapitalismus-vom-feinsten\/","title":{"rendered":"HeidelbergCement &#8211; Kapitalismus vom Feinsten"},"content":{"rendered":"<p>Am Mittwoch dieser Woche beteiligten wir uns wie 30-40 andere an Protestaktionen vor der Stadthalle, in denen zu diesem Zeitpunkt eine Aktion\u00e4rsversammlung von HeidelbergCement stattfand. Hier unser <strong>Infotext<\/strong> dazu (CC0):<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eigentlich g\u00e4be es kaum einen Anlass gegen HeidelbergCement zu demonstrieren &#8211; <!--more-->denn das b\u00f6rsennotierte Unternehmen verh\u00e4lt sich logisch: Menschenrechtsverletzungen werden zugunsten eines Profits gezielt zumindest billigend in Kauf genommen. Da scheut sich ein deutsches Unternehmen auch nicht,\u00a0 sich\u00a0 an einem rassistischen Mauerbau an der US-mexikanischen Grenze zu beteiligen. Wen k\u00fcmmert da schon bewusster Umgang mit der Geschichte Deutschlands? Die Politik soll sich gef\u00e4lligst aus der Wirtschaft heraushalten, das hat da nichts zu suchen!<\/p>\n<p>Wir als Linksjugend\u00a0[&#8216;solid]\u00a0BG\u00a0Heidelberg widersprechen entschieden: Nichts k\u00f6nnte politischer sein, als die Art und Weise und auf wessen Kosten Unternehmen ihre Profite erwirtschaften. Wenn sich ein Vorstandsvorsitzender wie Bernd Scheifele nach den US-Wahlen derart einem rassistischen US-Pr\u00e4sidenten anbiedert, weil es um Milliarden geht &#8211; einer wie Scheifele, der kann nicht ohne Weiteres zur\u00fcckrudern und behaupten, seine Aussage sei missverst\u00e4ndlich und er falsch interpretiert worden.<\/p>\n<p>Nein, Herr Scheifele, die Aussage ist so zu verstehen, wie sie get\u00e4tigt wurde: als Kalk\u00fcl, den eigenen Konzern medial ins Gespr\u00e4ch zu bringen. Will man den Wert der Presseabteilung zuk\u00fcnftig in neu geschaffenem menschlichem Elend oder anhand des eigenen Aktienkurses beziffern?<\/p>\n<p>Aber genug Sarkasmus: Es darf bei dem Diskurs letztlich nicht um eine einseitige &#8220;gro\u00dfes b\u00f6ses Unternehmen&#8221;-Kritik gehen. HeidelbergCement exerziert nur durch, was im Kapitalismus logisch ist: Wer fragt schon nach Ethik, wenn am Ende die Bilanzen stimmen? Anders gesagt: Eine Kartoffel wird nicht produziert, weil irgendjemand Hunger hat. Eine Kartoffel wird produziert, weil jemand aus dem Bed\u00fcrfnis, sie zu essen, Profit schlagen kann &#8211; denn die Kartoffeln, die \u00fcbersch\u00fcssig sind, werden besser verbrannt als gegessen, um die gew\u00fcnschten Preise zu erzielen &#8211; gleich ob irgendwo noch jemand hungert.<\/p>\n<p>Wir wollen damit zum Ausdruck bringen, dass eine Auseinandersetzung mit den Menschenrechtsverletzungen durch Konzerne stets gesamtgesellschaftlich, also politisch er\u00f6rtert und gel\u00f6st werden muss. Dabei gilt es, Wirtschaftsprozesse in ihrer Gesamtheit zu betrachten und zu erkennen, dass Profitinteresse in der Welt, wie sie aufgebaut ist, der Durchsetzung von Menschenrechten grunds\u00e4tzlich widerspricht.<\/p>\n<p>Belegschaft und Zivilgesellschaft m\u00fcssen st\u00e4rker in wirtschaftliche Prozesse und Entscheidungen mit eingebunden werden. So lange sich unethische Gesch\u00e4fte lohnen, werden diese get\u00e4tigt. So lange Arbeitsschutzgesetze nicht die Gesundheit, die Bezahlung, die Verrentung oder den Urlaub regeln, werden Unternehmen immer wieder versuchen, das Maximum aus ihren Angestellten bei m\u00f6glichst geringer Bezahlung herauszupressen.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten sowohl die Zivilgesellschaft als auch die Mitarbeiter*innen von HeidelbergCement dazu ermutigen, diesen Diskurs als politisch und damit gesamtgesellschaftlich zu begreifen und gegen die Verfehlungen des eigenen Konzerns laut zu protestieren &#8211; denn es sind letztlich die Rechte von Mitmenschen &#8211; und Kolleg*innen.<\/p>\n<p><em>Dieser Text ist lizensiert unter CC0, das hei\u00dft, du kannst mit ihm machen, was du m\u00f6chtest (bspw. kopieren, modifizieren, verbreiten) und musst keine Quelle angeben.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Mittwoch dieser Woche beteiligten wir uns wie 30-40 andere an Protestaktionen vor der Stadthalle, in denen zu diesem Zeitpunkt eine Aktion\u00e4rsversammlung von HeidelbergCement stattfand. 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