{"id":1173,"date":"2016-10-26T11:57:36","date_gmt":"2016-10-26T11:57:36","guid":{"rendered":"http:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/ortenau\/?p=1173"},"modified":"2016-10-26T11:57:36","modified_gmt":"2016-10-26T11:57:36","slug":"leben-um-zu-arbeiten-oder-arbeiten-um-zu-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/ortenau\/2016\/10\/26\/leben-um-zu-arbeiten-oder-arbeiten-um-zu-leben\/","title":{"rendered":"Leben um zu arbeiten oder arbeiten um zu leben?"},"content":{"rendered":"<p>Die deutsche Wirtschaft freut sich, denn 2016 wird endlich mal wieder das Jahr, in dem &#8222;wir&#8220; wieder den Exportweltmeistertitel erhalten. Es wird prognostiziert, dass die deutsche Wirtschaft einen Leistungsbillanz\u00fcberschuss von 310 Milliarden \u20ac erwirtschaftet. Geld, welches aus anderen L\u00e4ndern nach Deutschland flie\u00dft, dort also fehlt und Schulden aufgenommen werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wie aber wird dieser &#8222;tolle&#8220; Erfolg erreicht?<\/p>\n<p>Einerseits durch den immer niedrigeren Euro\/Dollar Kurs, andererseits durch die billigen Arbeitskosten und aber auch, weil Millionen von Arbeiter*innen dieses Jahr 1,8 MILLIARDEN \u00dcberstunden geleistet haben. Davon 997 Millionen UNBEZAHLT!!!!<\/p>\n<p>Die Zahl derer, die pro Woche mehr als 48 Stunden arbeiten, ist in den letzten 20 Jahren um 30 Prozent gestiegen. 1995 hatten 1,3 Millionen Besch\u00e4ftigte \u00fcberlange Arbeitszeiten, 2015 waren es 1,7 Millionen.<\/p>\n<p>Und das alles w\u00e4hrend ca. 3,6 Millionen Menschen ohne Lohnarbeit sind. Wir sehen Arbeit ist genug da, sie muss nur ordentlich verteilt werden und besser bezahlt. Denn die Zahl der Leiharbeiter z.B. hat mittlerweile fast die 1 Millionen Grenze erreicht. Davon verdienen zwei Drittel weniger als 1973\u20ac Brutto. Mal abgesehen davon, dass sie jeden Tag gek\u00fcndigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Rentner bleibt ebenfalls nichts vom Weltmeistertitel \u00fcbrig, hier m\u00fcssen mittlerweile 1 Millionen von ihnen ihre Rente mit einem Minijob aufbessern. Das sind 22% mehr als 2010. Dazu kommt, dass 5,6 Millionen der \u00fcber 55-J\u00e4hrigen von Armut bedroht sind. 2006 waren das noch 4,5 Millionen.<\/p>\n<p>Zur Erleichterung, nicht nur unseren Eltern geht es beschissen, nein auch um unsere Kinder, von denen 2,3 Millionen dauerhaft in Armut leben, steht es schlecht.<\/p>\n<p>Wir sehen also, die Forderungen der Regierung nach l\u00e4ngeren Arbeitszeiten im Alter und h\u00e4rteren Bestrafungen f\u00fcr angebliche faule Hartz4ler, bringt den Arbeiter*innen rein gar nichts. Die Arbeit muss gerecht verteilt werden, was Arbeitszeitverk\u00fcrzungen zwingend notwendig macht. Die Arbeit muss ordentlich bezahlt werden, damit die Menschen wieder davon leben k\u00f6nnen. Und die Menschen d\u00fcrfen nicht mehr einem Sanktionsregime ausgesetzt werden, welches sie daf\u00fcr bestraft, dass man nicht jede Arbeit annehmen will.<\/p>\n<p>Das alles bleibt aber in einer kapitalistischen Gesellschaft mehr Wunsch als Realit\u00e4t, da die Interessen der Kapitalisten dem diametral entgegen stehen. Deshalb sollten wir uns also lieber gleich f\u00fcr die \u00dcberwindung der Lohnarbeit und der kapitalistischen Verh\u00e4ltnisse einsetzen und die Devise wieder an vorderste Front setzen, jede\/r nach ihren\/seinen F\u00e4higkeiten jedem nach seinen Bed\u00fcrfnissen. Die Betriebe in Arbeiter*innenhand!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Wirtschaft freut sich, denn 2016 wird endlich mal wieder das Jahr, in dem &#8222;wir&#8220; wieder den Exportweltmeistertitel erhalten. 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