{"id":1197,"date":"2017-05-02T18:31:24","date_gmt":"2017-05-02T18:31:24","guid":{"rendered":"http:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/ortenau\/?p=1197"},"modified":"2017-05-02T18:50:08","modified_gmt":"2017-05-02T18:50:08","slug":"make-socialism-a-threat-again","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/ortenau\/2017\/05\/02\/make-socialism-a-threat-again\/","title":{"rendered":"MAKE SOCIALISM A THREAT AGAIN"},"content":{"rendered":"<p><!-- @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } --><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Rund um die Uhr feiert sich die deutsche Bourgeoisie selbst. Ihr Sieg \u00fcber die Arbeiterbewegung fiel unerwartet gro\u00df aus. Noch gr\u00f6\u00dfer war der Freudentaumel einer Bourgeoisie, die sich zwischenzeitlich schon tot geglaubt hatte. Denn die Wachstumszahlen der Sowjetunion, die Macht der vietnamesischen Bauern und der militanten europ\u00e4ischen Streikbewegungen hatten das Selbstbewusstsein der herrschenden Klasse auf Jahrzehnte zerm\u00fcrbt. Ausgerechnet Bauern und Prolls, &#8222;der P\u00f6bel&#8220;, brach die Arroganz der Bourgeoisie. Der weltweite Sozialismus war zum Greifen nah. <a href=\"http:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/ortenau\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1198 alignleft\" src=\"http:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/ortenau\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/1.png\" alt=\"\" width=\"407\" height=\"342\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Um die b\u00fcrgerliche Menschheit zu retten, sah die Elite sich zur rohesten Drecksarbeit erniedrigt. Napalmteppiche und Massenmorde sollten das Weltproletariat zur R\u00e4son bringen. Die b\u00fcrgerliche Staatsmacht entfaltete seine ganze sadistische Kreativit\u00e4t, um den Tod ihres Herrchens hinauszuschieben. Der CIA wurde zur festen imperialistischen Institution. MK Ultra und Agent Orange waren die verzweifelten Antworten einer geschw\u00e4chten Klasse. <\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">In Chile wurden die Sozialisten in Lager gesperrt, im Nahen Osten bewaffnete man die reaktion\u00e4rsten Wahnsinnigen und in Deutschland schrieb man sich an schwarzen Listen die Finger wund. Nur im erbitterten Kampf und immer etwas unsicher richtete sich das Kapital wieder auf. Nicht zuletzt dank vieler reformistischer und individualistischer Illusionen in unserer Klasse, dank der Uneinigkeit und dank des akademischen Dogmatismus vieler Gruppen, konnten die Kapitalherrn noch mal mit einem blauen Auge davonkommen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Der Sieg \u00fcber die h\u00f6rigen Arbeitermassen und der Sieg in der Systemkonkurrenz \u00fcber die Arbeiterstaaten waren nur 2 Ph\u00e4nomene desselben Klassenkampfes. Dieser Kampf wurde f\u00fcr die Gelds\u00e4cke entschieden; die Bourgeoisie erreichte in den 90ern einen neuen H\u00f6hepunkt ihrer Macht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">In den 90ern fing man auch damit an, jegliche Unsicherheit und Bescheidenheit abzulegen. Wieder f\u00fchlte sich die Bourgeoisie als berechtigter Erbe der ganzen Menschheitsgeschichte; die L\u00fcge vom &#8222;Ende der Geschichte&#8220; wurde wieder aufgetischt. Arrogant und selbstverliebt blickte das B\u00fcrgertum nun von seinem hohen Ro\u00df auf die vergangenen &#8222;gescheiterten&#8220; Gesellschaftsformen. Sozialismus und Arbeiterbewegung wurden zusammen mit der feudalen Gesellschaft einsortiert; die Solidarit\u00e4t der Arbeiter wurde als archaischer Kult hingestellt. Es wurde mal geh\u00e4ssig, mal emp\u00f6rt und mal am\u00fcsiert auf die vergangene Epoche des Klassenkrieges zur\u00fcckgeschaut wie auf ein Ausstellungsobjekt im Museum.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Unsere deutschen Kapitalisten waren wieder ganz in ihrem Element. Man musste sich nicht um die proletarischen M\u00e4tzchen k\u00fcmmern, sondern konnte sich in aller Gem\u00fctlichkeit dem Geldverdienen widmen. Ganz offen konnte der kapitalistische Staat eine asoziale Ma\u00dfnahme nach der anderen durchdr\u00fccken. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Klar, ein kleiner Teil der Bourgeoisie war skeptisch: Man hatte zwar die politischen Bewegungen der Proletarier soweit wie m\u00f6glich ruiniert, aber die Grundlage dieser Bewegungen blieb bestehen. Und so versuchten sich einige weitsichtige Kapitalisten-Freunde mal wieder am Aufbau eines stabilen Kapitalismuses; und zwar weltweit. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Die Milleniumsziele wurden geboren als eine von vielen Projekten f\u00fcr einen sch\u00f6nen Kapitalismus. Seither wurden sie allen Sch\u00fclern der BRD routinem\u00e4\u00dfig unter die Nase gerieben, bis sie 2015 , wie erwartet, scheiterten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Doch durch leere Versprechungen wird die Masse der Unzufriedenen und Kampfbereiten nicht kleiner. Riots in den Banlieus, Proteststimmen bei den Wahlen und auch brutaler pseudo-antiimperialistischer Fanatismus sind Ausdruck orientierungsloser Wut. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Die Fehler der sozialistischen Organisationen hatten sich n\u00e4mlich durch die Niederlage noch verst\u00e4rkt. Resignation und Abschottung von den Massen machten sich breit. Zudem gibt es seither eine Epidemie wildgewordener kleinb\u00fcrgerlicher Intellektueller. Die radikalen Aktivisten machten die Massen f\u00fcr die Niederlage verantwortlich und beharrten umso st\u00e4rker auf ihrem akademischen Dogmatismus: H\u00e4tte man nur auf die tollen Theorien und Kritiken ihrer Gruppe geh\u00f6rt, h\u00e4tte es nur die anderen Gruppen nicht gegeben, dann h\u00e4tte man die Revolution doch noch erlebt! <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Die &#8222;Realos&#8220; erkl\u00e4rten unterdessen die alte Macht im Land zum Selbstzweck und versuchten und versuchen verzweifelt ihre Macht im b\u00fcrgerlichen Staat durch Konzessionen aufrecht zu halten, w\u00e4hrend ihnen genau wegen diesen Konzessionen, die reale Machtbasis, die Mitgliedschaft, wegstirbt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Die heutige Arbeiterbewegung ist also das Ergebnis dieser historischen Niederlage. Sie hat ihre alte Dynamik verloren und ist in vieler Hinsicht ein unattraktives H\u00e4ufchen geworden.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Doch so sehr uns der momentane Zustand traurig stimmt, gibt es keinen Grund zu verzweifeln. Die kurzfristigen Faktoren sprechen gegen uns, aber die langfristigen Faktoren; die riesenhaften Prozesse am Boden der Gesellschaft, sprechen f\u00fcr uns:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"font-size: medium\">Die Profitrate der Kapitalisten war noch nie so niedrig!<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: medium\">Der b\u00fcrgerliche Staat h\u00e4lt die Massen mit allerlei gewaltigen Heilsversprechungen an der Stange und diskreditiert sich langfristig ,nicht nur als linke oder rechte Str\u00f6mung, sondern als Herrschaft des B\u00fcrgertums als solche.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: medium\">Die alte Arbeiterbewegung war vor allem ein europ\u00e4isches und amerikanisches Ph\u00e4nomen. Die Impulse der neuen Arbeiterbewegung kommen auch aus S\u00fcdafrika, China, Indien und S\u00fcdkorea. Erst jetzt gibt es f\u00fcrs Kapital kein entkommen mehr, wenn die Arbeiter von allen Seiten den Lohn nach oben sto\u00dfen wollen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: medium\">Das Kleinb\u00fcrgertum hat sich seit Beginn der letzten Kampfwelle nochmals erheblich dezimiert. Die lohnarbeitende Klasse war noch nie so gro\u00df.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: medium\">Ideologisch hat die alte Arbeiterbewegung einen unausl\u00f6schbaren Sieg errungen: Einige religi\u00f6se Vorstellungen zur Produktion sind verschwunden. Die Proletarier wissen: Es sind sie selbst die alles erschaffen und es ist der menschliche Konsum f\u00fcr den man arbeitet. Es ist nicht der liebe Gott.<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Revolution\u00e4re standen noch nie auf so fruchtbarem Boden. Um aber den Boden zu nutzen muss man seinen Blick von den Wolken abwenden. Vergesst euren akademischen Dogmatismus! Vergesst eure Illusionen vom sch\u00f6nen Leben im Kapitalismus (sei es Sozialdemokratie oder anarchistische Kooperativen)!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\"><strong>Was ist zu tun?<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Wir sollten auf Demos und bei Facebook etwas weniger radikal erscheinen und daf\u00fcr wirklich mal mutig k\u00e4mpfen: Organisieren wir radikale K\u00e4mpfe in unseren Schulen und Betrieben. Strengen wir unser Hirn mal wirklich an: Erkl\u00e4ren wir unseren Kollegen den Sozialismus!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Und wer weiterhin abgehobene Phrasen dreschen will und wer sich \u00fcber Arbeiter und unterdr\u00fcckte V\u00f6lker l\u00e4cherlich macht, der soll sich in den neoliberalen Parteien organisieren. In unserer LINKEN und unserer Linksjugend haben Arbeiterfeinde nichts zu suchen!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Der Kampf zwischen Kapital und Arbeit ist ein ernster Kampf! Er ist die entscheidende Schlacht dieser Gesellschaft. Wir sind &#8222;bei Strafe unseres eigenen Untergangs&#8220; dazu gezwungen ihn zu gewinnen! Machen wir uns an die Arbeit&#8230;<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund um die Uhr feiert sich die deutsche Bourgeoisie selbst. Ihr Sieg \u00fcber die Arbeiterbewegung fiel unerwartet gro\u00df aus. Noch gr\u00f6\u00dfer war der Freudentaumel einer Bourgeoisie, die sich zwischenzeitlich schon tot geglaubt hatte. 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