{"id":1682,"date":"2019-10-27T18:01:15","date_gmt":"2019-10-27T18:01:15","guid":{"rendered":"http:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/ortenau\/?p=1682"},"modified":"2022-06-10T19:13:05","modified_gmt":"2022-06-10T19:13:05","slug":"der-tod-ist-ein-meister-aus-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/ortenau\/2019\/10\/27\/der-tod-ist-ein-meister-aus-deutschland\/","title":{"rendered":"Der Tod ist ein Meister aus Deutschland"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/ortenau\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/10\/fa2d9e0f-2cc4-4a54-b173-075b5c1d4436.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1681 alignleft\" src=\"http:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/ortenau\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/10\/fa2d9e0f-2cc4-4a54-b173-075b5c1d4436-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/ortenau\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/10\/fa2d9e0f-2cc4-4a54-b173-075b5c1d4436-225x300.jpg 225w, https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/ortenau\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/10\/fa2d9e0f-2cc4-4a54-b173-075b5c1d4436-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>114 Jahre liegt der V\u00f6lkermord durch deutsche Soldaten an Herero und Nama in Namibia bereits zur\u00fcck. Deutschland muss daf\u00fcr endlich die Verantwortung \u00fcbernehmen &#8211; juristisch, moralisch und finanziell. Sie ermordeten zigtausende Menschen der V\u00f6lker der Herero und der Nama, welche die Region seit sehr langer Zeit als Viehhirten bewohnten.<\/p>\n<p>1883 gelang es einem Kaufmann, mit einem Nama-H\u00e4uptling einen Vertrag \u00fcber den Kauf von Grundst\u00fccken abzuschlie\u00dfen, wobei dieser mithilfe der Angabe falscher Ma\u00dfeinheiten f\u00fcrchterlich betrogen wurde.<\/p>\n<p>Die Hereros selbst weigerten sich, Grund und Boden zu verkaufen.<\/p>\n<p>In Deutschland war der Wunsch nach Kolonien sehr popul\u00e4r. Die Regierung lehnte Kolonien zun\u00e4chst ab, nannte ihre Hoheit \u00fcber das Gebiet, auf dem die Hereros und Namas wohnten, dann \u201eSchutzgebiete\u201c.<\/p>\n<p>Die Eingeborenen merkten jedoch bald, dass der Schutz nicht f\u00fcr sie, sondern f\u00fcr die wei\u00dfen Siedler gedacht war, welche sich immer mehr Land aneigneten. Als eine Rinderpest die Eingeborenen zwang, Medikamente durch Viehverkauf zu erwerben, verarmten sie immer mehr. Viele waren gezwungen, f\u00fcr die Wei\u00dfen zu arbeiten.<\/p>\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die deutschen Siedler entpuppten sich als brutale Arbeitgeber, bei denen Auspeitschen an der Tagesordnung war. F\u00fcr sie standen die Schwarzen weit unter ihnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Einheimischen wehrten sich, wobei zun\u00e4chst einzelne Siedler get\u00f6tet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Einzelaktionen weiteten sich dann zu einem Fl\u00e4chenkrieg aus, an dem zun\u00e4chst nur die Hereros beteiligt waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die Namas die brutale Kriegsf\u00fchrung der Deutschen realisierten, erkl\u00e4rten auch sie den Deutschen den Krieg.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Deutschen Reich musste immer mehr Truppen nach Afrika schicken.Die letzte Schlacht der Hereros fand am Waterberg statt. Die Hereros wurden eingekesselt und hatten gegen die deutsche Artillerie keine Chance.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hereros hatten viele Tote zu beklagen und eine gro\u00dfe Zahl des Stammes wurde gefangen genommen. Wer nicht in Gefangenschaft geriet, besonders die Frauen und Kinder, wurde in die W\u00fcste gejagt. Zigtausende verdursteten, weil die Deutschen den Zugang zum Wasser verwehrten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gefangenen kamen in Konzentrationslager, viele wurden hingerichtet, andere mussten Zwangsarbeit leisten, bei der eine gro\u00dfe Zahl den Tod fand. Auf dieser Tafel werden die Soldaten die mitverantwortlich f\u00fcr diese Morde sind geehrt, aber wo bleibt die Ehre f\u00fcr die Opfer? Die Realit\u00e4t in Namibia hat sich seit diesem V\u00f6lkermord ge\u00e4ndert, der Kampf gegen die Apartheid wurde gewonnen und Namibia ist eines der aufstrebenden L\u00e4nder auf dem afrikanischen Kontinent. Doch die Ungleichheit und die Folgen des grausamen&nbsp; V\u00f6lkermordes und der Kolonialherrschaft sind noch immer zu sp\u00fcren. So besitzt die wei\u00dfe Population , die nur 1% der Bev\u00f6lkerung ausmacht immer noch einen Gro\u00dfteil des riesigen Landes. Die Herero, die traditionell Viehhirten sind leben deshalb in Armut, denn der Platz das Vieh zu Weiden fehlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die deutsche Regierung weigert sich das anzuerkennen, erst vor kurzem wurde das erste Mal der Begriff &#8222;V\u00f6lkermord&#8220; f\u00fcr das Grauen es in Namibia von deutscher Hand ausgef\u00fchrt wurde von einem Politiker in diesem Kontext verwendet.Eine gesamtgesellschaftliche Diskussion dar\u00fcber, wie mit Ausgrenzung und Rassismus in der deutschen Geschichte umzugehen ist, wird vermieden. Dabei w\u00e4re gerade das im Moment n\u00f6tiger denn je, wo v\u00f6lkisch-rassistische Ideen reaktiviert werden, sich Europa abschottet, und dabei ausblendet, dass es seine B\u00fcrger waren, die in den letzten 500 Jahren in andere Kontinente einfielen. Dass der sogenannte \u201eBev\u00f6lkerungsaustausch\u201c, den manche rechte Gruppen beschw\u00f6ren, in der Vergangenheit von Europ\u00e4ern ausgef\u00fchrt worden ist, in Amerika, in Australien, aber auch in Afrika. Auch daf\u00fcr steht der V\u00f6lkermord an den Herero und Nama.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch als Vorbote des dritten Reiches wird der V\u00f6lkermord gesehen. Das erste Mal das Kriegsgefangene gezielt in Konzentrationslagern eingesperrt und vernichtet wurden. Von den ca. 80.000 Herero \u00fcberlebte gerade Mal ein Viertel die deutsche Schreckensherrschaft. Der Rest starb von den deutschen in die W\u00fcste getrieben oder bei der grausamen Zwangsarbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis heute gibt es keine Entsch\u00e4digung, keine Aufarbeitung der Geschichte von deutscher Seite. Herero Sch\u00e4del liegen immer noch in vielen Museen, zusammen mit Unmengen von unrechtm\u00e4\u00dfig gestohlenen Besitzt\u00fcmern. Auch Diejenigen die diese Tafel aufgeh\u00e4ngt haben, wussten genau, welche \u201eHeldentaten\u201c die Soldaten in der deutschen Kolonie vollbracht haben. Das darf man nicht einfach so stehen lassen. Wir fordern das Aufkl\u00e4rung der Bev\u00f6lkerung \u00fcber die Tatsache des V\u00f6lkermords.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Regierung zu dr\u00e4ngen, Aufbauhilfe zu leisten, damit die \u00dcberlebenden<\/p>\n\n\n\n<p>in Namibia die immer noch unter dem Landraub unter den Deutschen zu leiden haben, eine menschenw\u00fcrdige Zukunft haben.<\/p>\n\n\n\n<p>R\u00fcckgabe aller unrechtm\u00e4\u00dfig gestohlener Dinge, die im Museum ausgestellt sind<\/p>\n\n\n\n<p>incl. derer, die evt. noch in Magazinen lagern.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein konkretes Projekt angehen, die den \u00dcberlebenden einen ungehinderten Zugang zu den Grabst\u00e4tten des Kolonialkriegs erm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das unglaubliche Grauen der deutschen in Namibia kann nicht mehr r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden, aber das mindeste was Deutschland, aber auch wir hier in Offenburg tun k\u00f6nnen ist dazu beizutragen das den Angeh\u00f6rigen der Ermordeten zumindest so etwas wie Gerechtigkeit zukommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>114 Jahre liegt der V\u00f6lkermord durch deutsche Soldaten an Herero und Nama in Namibia bereits zur\u00fcck. 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