{"id":186,"date":"2017-03-21T00:56:57","date_gmt":"2017-03-20T23:56:57","guid":{"rendered":"http:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/rottenburg\/?p=186"},"modified":"2017-03-21T14:06:02","modified_gmt":"2017-03-21T13:06:02","slug":"haftende-hetze-immer-mehr-rechte-sticker-in-rottenburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/rottenburg\/2017\/03\/21\/haftende-hetze-immer-mehr-rechte-sticker-in-rottenburg\/","title":{"rendered":"Haftende Hetze- Immer mehr rechte Sticker in Rottenburg"},"content":{"rendered":"<p>Aus Geschichtsb\u00fcchern und Dokumentarfilmen kennen wir die Schilder aus dem Jahr 1933 mit der Aufschrift: \u201eJuden sind hier nicht erw\u00fcnscht\u201c. Was in den Jahren darauf folgte ist jedem Bekannt. Wenn wir heute durch Rottenburg gehen, sehen wir immer \u00f6fter Sticker oder Plakate mit dem Spruch \u201eRefugees not Welcome\u201c. Es ist wortw\u00f6rtlich nicht zu \u00fcbersehen: Es gibt immer noch Menschen, die an faschistischen Ideologien festhalten und versuchen diese Ideologie mehr und mehr in unsere Mitte zu tragen.<\/p>\n<p>Naziparolen, Flugbl\u00e4tter und Nazisymbole sind in der \u00d6ffentlichkeit verboten. Diese Taten k\u00f6nnen mit einer hohen Geldstrafe oder mit bis zu drei Jahren Haft verurteilt werden. Dies geht aus \u00a7 86a des deutschen Strafgesetzbuches hervor. Doch hier in Rottenburg und Umgebung finden wir trotzdem immer h\u00e4ufiger rechtsextreme Parolen und Symbole. Es ist in der letzten Zeit schon fast normal geworden, dass Hakenkreuze an Schulen in Tische und Fenster geritzt werden, zahlreiche rechtsextreme Sticker an Spielpl\u00e4tzen, Kinderg\u00e4rten und Schulen kleben oder Plakate mit fremdenfeindlichen Parolen an Stromk\u00e4sten und Zigarettenautomaten angebracht sind. Diese sind dort tage-, wochen- oft sogar monatelang zu sehen. Teilweise werden an Schulen rechtsradikale Symbole, sogar \u00fcber Jahre hinweg, nicht entfernt. Das ist mehr als fatal, wenn man bedenkt, dass so bei manchen jungen Menschen leicht der Eindruck entstehen kann, dass rechte Hetze und faschistische Propaganda toleriert wird. An Schulen ist es die Pflicht der Schulleitung und der LehrerInnen besagte Schmierereien umgehend zu entfernen.<\/p>\n<p>In der Stadt waren es zun\u00e4chst nur vereinzelte Sticker. Auf ihnen war z.B. \u201eNS-Area\u201c zu lesen, was nationalsozialistischer Bereich bedeutet, \u201eAntifabanden zerschlagen\u201c oder \u201eRefugees not welcome\u201c. In den letzten Monaten wurden es immer mehr Schmierereien (z.B. gro\u00dfe Hakenkreuze) und es h\u00e4uften sich Sticker mit Aussagen wie z.B. \u201eNazi-Kiez\u201c. Ende 2016 wurden dann \u201eNS-Area\u201c DIN-A3 Plakate an \u00d6ffentliche Pl\u00e4tze in Rottenburg gekleistert. Diese sind schwer zu entfernen, kleben in Teilen immer noch und sind ein dauerhafter Schandfleck in unserer Stadt. Erst in den letzten Tagen musste man \u201eNationaler Sozialismus Jetzt\u201c an vielen Orten z.B. am Eingang des Sumolucena-Museums lesen. Besonders hervorgetreten durch zahlreiche Sticker ist der <i>3.Weg<\/i>, eine rechtsextreme-neonazistische Kleinpartei. Sie wurde 2013 unter ma\u00dfgeblicher Beteiligung ehemaliger NPD-Funktion\u00e4re gegr\u00fcndet. Mitglieder der Partei in Mainz br\u00fcsten sich z.B. damit, 2014 an einem Brandanschlag auf ein Asylheim mitverantwortlich zu sein. Diese und weitere rechte Gruppen verbreiten hier in Rottenburg ihr menschenfeindliches Gedankengut.<\/p>\n<p>An \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen, der Altstadt, sowie in Wohngebieten und Gemeinden wird Rottenburg in letzter Zeit gerade zu mit Stickern und hetzerischen Schriftz\u00fcgen \u00fcbers\u00e4t. Wir bitten die Stadt(-verwaltung) deshalb nachdr\u00fccklich in Zukunft schneller und gr\u00fcndlicher gegen diese Nazipropaganda vorzugehen und so ihrer Verantwortung, vor allem gegen\u00fcber der jungen Generation, nach zu gehen. Aber auch jeder Einzelne ist dazu aufgerufen, nicht einfach weg zu schauen, sondern aktiv gegen diese Verschmutzung unserer Stadt vorzugehen.<\/p>\n<p>Neben der \u00f6ffentlichen Pr\u00e4senz durch Sticker etc. in St\u00e4dten erreichen rechte Gruppierungen Jugendliche \u00fcber das Internet. In sozialen Netzwerken werden hetzerische Posts ver\u00f6ffentlicht und die hier so aufgefallenen Sticker und Plakate verkauft. Man hat es immer noch nicht geschafft, den Rechten solche hasserf\u00fcllten Posts und das Gesch\u00e4ft mit der Hetze zu verbieten. Rechte Propaganda wird so legal online verbreitet und gehandelt. Dadurch haben Neonazis heutzutage eine enorme Reichweite, gerade bei der Jugend. Die Nazis von heute sind nicht mehr nur noch die \u201eGlatzen in Springerstiefeln\u201c. Sie sind jung, auf den ersten Blick vielleicht cool, auf den selben Plattformen wie die Jugendlichen aktiv- und rechtsextrem. In den Medien wird zur Zeit des \u00d6fteren \u00fcber die Identit\u00e4re Bewegung berichtet. Sie hat auf Facebook \u00fcber 43 000 \u201egef\u00e4llt mir&#8220;-Angaben. Besonders durch die mediale Pr\u00e4senz auf sozialen Netzwerken kommen sie bei Jugendlichen gut an, und k\u00f6nnen sie so leichter f\u00fcr ihre Sache zu gewinnen. In einem von ihnen ver\u00f6ffentlichten Video (Mit dem Titel: \u201eKriegserkl\u00e4rung\u201c) hetzen junge M\u00e4nner und Frauen gegen eine &#8222;erzwungene Mischung der Rassen&#8220;, sie sehen sich als &#8222;Opfer der 68er-Bewegung&#8220;, warnen vor dem &#8222;Multi-Kulti-Kollaps&#8220;. Untermalt ist ihre Botschaft mit epochaler Musik. Massiv hetzen sie gegen Muslime. Diese Stimmungsmache gegen Angeh\u00f6rige einer Religionsgemeinschaft erinnert stark an die Aktionen der Nationalsozialisten Anfang der 1930er. Rechtsextremismus-Forscher Matthias Quent best\u00e4tigt: &#8222;Ihr Ziel ist vergleichbar mit einer v\u00f6lkisch-nationalistischen Bewegung der Weimarer Republik.&#8220; Auch in Kreisen der AfD finden sich immer wieder Sympathisanten der Faschisten. Im April 2016 besuchte der Vorsitzende der AfD-Jugendorganisation Sachsen-Anhalts &#8222;Junge Alternative&#8220;, Jan Wenzel Schmidt, eine Aktion der Gruppierung im Harz und trat auch schon als Redner bei der IB auf. Der Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider war auch schon Gast bei Aktionen der &#8222;Identit\u00e4ren&#8220;. Auf einer Magdeburger AfD-Demo im November traten wiederum zwei Musiker auf, die sich als &#8222;Aktivisten der Identit\u00e4ren&#8220; bezeichneten. Die Identit\u00e4re Bewegung hat Zugang zu den Jugendlichen gefunden und es ist an uns allen, jungen Menschen ganz deutlich zu zeigen, dass Faschismus und Nationalismus keine Alternativen sind. Durch Sticker und Plakate werden Jugendliche auf solche Gruppierungen aufmerksam. Besonders f\u00fcr junge Erwachsene mit ohnehin schon rechtem Gedankengut sind die abgedruckten Parolen ein Ansporn, befl\u00fcgelt ihre Fantasie und l\u00e4sst sie diese, im schlimmsten Falle, dann in die Tat umsetzen.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren sind Menschen in unser Land gekommen, die vor Krieg, Verfolgung, physischer wie psychischer Gewalt und Armut fliehen. Es ist einfach unfassbar, dass es Personen gibt, welche die Unterk\u00fcnfte dieser Menschen mit Flaschen bewerfen, wie es im vergangen Jahr in Dettingen passiert ist. Sie versuchen Gefl\u00fcchtete einzusch\u00fcchtern, ihnen Schaden zuzuf\u00fcgen und sie zu verletzen. Es sind genau diese Personen, die Rottenburg mit Stickern und Plakaten \u00fcberschwemmen. In G\u00f6nningen musste man auf dem Gel\u00e4nde einer geplanten Fl\u00fcchtlingsunterkunft Plakate mit der Aufschrift: \u201eIslam t\u00f6ten\u201c lesen. Im Dezember 2015 beleidigte ein 22 j\u00e4hriger Mann, am Rottenburger Bahnhof zwei Frauen aus Gambia rassistisch, griff sie an und verletze eine der beiden dabei schwer. Solche schrecklichen Taten h\u00e4ufen sich vermehrt in den letzten 3 Jahren. Wir rufen dazu auf, nicht weiterhin nur eine schweigende Mehrheit sein, die solche rassistischen Taten verurteilt. Wir m\u00fcssen uns sichtbar dagegen stellen. Sticker entfernen oder \u00fcberkleben, w\u00e4hlen gehen, im privaten Kreis klar Position beziehen und \u00f6ffentlich Aufstehen gegen Faschismus. Lassen wir uns von ein paar wenigen lauten Neonazis nicht einsch\u00fcchtern, sondern lasst uns durch unser Handeln lauter sein. Zeigen wir, dass Rottenburg nicht braun sondern bunt, nicht faschistisch sondern tolerant, nicht abgeschottet sondern offen, nicht voller Hass sondern voller Solidarit\u00e4t ist. Sodass sich hier in Rottenburg jeder willkommen f\u00fchlt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus Geschichtsb\u00fcchern und Dokumentarfilmen kennen wir die Schilder aus dem Jahr 1933 mit der Aufschrift: \u201eJuden sind hier nicht erw\u00fcnscht\u201c. Was in den Jahren darauf folgte ist jedem Bekannt. Wenn wir heute durch Rottenburg gehen,<\/p>\n","protected":false},"author":70,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":true,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-186","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4o1qP-30","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/rottenburg\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/186","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/rottenburg\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/rottenburg\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/rottenburg\/wp-json\/wp\/v2\/users\/70"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/rottenburg\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=186"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/rottenburg\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/186\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":194,"href":"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/rottenburg\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/186\/revisions\/194"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/rottenburg\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=186"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/rottenburg\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=186"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/linksjugend-solid-bw.de\/rottenburg\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=186"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}