Rechte Hetze vom “Dritten Weg” in Radolfzell

gemeinsam-gegen-rechte-hetzeAm Samstag hatte die neofaschistische Partei “Der Dritte Weg” einen Infostand in Radolfzell. Dieser wurde durch Gegenproteste begleitet. Natürlich berichtet auch der Südkurier, und natürlich berichtet er gewohnt unkritisch. Er schreibt:

“Bei den Demonstranten handelte es sich etwa zur Hälfte um Radolfzeller Bürger, die mit farbigen Regenschirmen ein Zeichen für ein buntes und vielfältiges Radolfzell setzen wollten. Unter ihnen befanden sich einige Stadträte sowie Vertreter der Initiative Stolpersteine. Die andere Hälfte bestand aus zumeist jungen, dem Augenschein nach auswärtigen Vertretern von antifaschistischen Organisationen. Sie hatten Transparente dabei und skandierten unter anderem “Nazis raus”. Für das beschauliche Radolfzell war ihr Auftreten sowie die Tonlage ihrer politischen Parolen mindestens ungewöhnlich, etliche Passanten dürften ihr Auftreten als bedrohlich und provozierend empfunden haben.” (1)

Damit widmet der Südkurier seiner Pseudokritik des lautstarken Gegenprotests mehr Platz als einer Kritik über den “Dritten Weg”. Dass da mit Karl-Heinz Statzberger ein vorbestrafter Rechtsterrorist rumsteht (2), ist dann ebenso egal, wie dass sich etliche PassantInnen über die Aktion und über die Nazipartei aufklären ließen, das Engagement der “zumeist jungen” Leuten lobten und manche sich gar spontan daran beteiligten. Ihm ist ja auch an keiner sachlichen Berichterstattung gelegen, sondern für ihn steht von vornerein fest: Wer lautstark gegen Nazis Stellung bezieht, der stört und den finden “etliche Passanten […] bedrohlich und provozierend”.

Denn dass auch die Bodenseeregion und insbesondere Radolfzell ein Naziproblem haben, davon soll nicht geredet werden. Lieber wettert man gegen Linke. Dabei zeugen nicht nur die zum Teil im Südkurier Artikel erwähnten Aktivitäten des Dritten Wegs wie das Überkleben von Stolpersteinen, die regelmäßig stattfindenden Heldengedenken oder die Hakenkreuz-Schmierereien letztes Jahr (3) von einer regen faschistischen Aktivität in Radolfzell, auch die NPD und ihr Naziumfeld zog es im Sommer in die Stadt am Bodensee (4).

Daher gilt es nicht, wie es die Monopolzeitung der Bodenseeregion tut, antifaschistischen Protest zu spalten, sondern es gilt durch lautstarken und sichtbaren Protest gemeinsam dafür zu sorgen, dass es für Nazis so unangenehm wie möglich wird, ihre Hetze unter Menschen zu bringen!

Zur Lektüre über die Proteste am Wochenende empfehlen wir stattdessen folgende Berichte:
http://linksrhein.blogsport.de/2016/11/19/spiessrutenlaufen-fuer-neonazis-in-radolfzell/
https://linksunten.indymedia.org/de/node/197334 (nachgetragen)

(1) http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/radolfzell/Buntes-gegen-Braunes-in-Radolfzell-100-Menschen-demonstrieren-gegen-Dritten-Weg;art372455,9008807

(2) http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/wiese-martin-7719

(3) http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110973/3075522?utm_source=tr.im&utm_medium

(4) http://linksrhein.blogsport.de/2016/06/25/laecherlicher-naziaufmarsch-in-radolfzell/

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