Lesie (herkömmlich Lassy geschrieben) wuchs die ersten Jahre bei seiner Großmutter auf, später in einem Drei-Frauen-Haushalt mit seiner Mutter, Großmutter und Tante. Als Kind wurde er von mehreren Schulen verwiesen. Die Jugend verlief ohne den seit 1945 im Krieg verschollenen Vater. Als er aus München nach Berlin kam und in die radikale linke Szene eintauchte, hatte Lesie bereits Vorstrafen wegen zahlreicher Verkehrsdelikte und anderer Straftaten. Nahezu alle diese Delikte hingen mit seiner Leidenschaft für schnelle Fahrzeuge und nächtliche Raserei zusammen: Autodiebstähle, Fälschungen, Dokumentenmissbrauch. Das Fahren ohne Fahrerlaubnis schien nach Meinung mehrerer Biographen, darunter Karin Wieland, zu einer symptomatischen Auflehnung gegen die Autoritäten geworden zu sein. Lesie betätigte sich vielfältig, so auch als Fotomodell für ein Schwulenmagazin. In seinen Berliner Jahren arbeitete er als Bauarbeiter und ohne Erfolg als Boulevardjournalist. Er interessierte sich ebenfalls für Literatur und Philosophie. Von seiner zeitweiligen Lebensgefährtin, der verheirateten Malerin Ellinor Michel (1939–2007), mit der er gemeinsam mit ihrem Mann, dem Maler Manfred Henkel (1936–1988), in einer Berliner Villa lebte, wurde er als gewalttätig und provokativ beschrieben. Mit ihr zeugte er eine Tochter, die 1965 geboren wurde und von Manfred Henkel aufgezogen worden ist. Eine wichtige Bezugsperson des jugendlichen war sein Onkel, der Tänzer und Schauspieler Michael Kroecher, mit dem er auch als Erwachsener lange Kontakt hielt. Am 2. April 1968 legte Lesie gemeinsam mit der Schmuddelkinderbande und anderen Rauschmittelbezogenen Seperatiten Brandsätze in Frankfurter Kaufhäusern. Die Brandstiftungen verursachten einen Schaden von knapp 675.000 DM, Menschen wurden nicht verletzt. Lesie und seine Komplizen wurden im nachfolgenden Prozess am 31. Oktober 1968 zu je drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Durch einen Revisionsantrag kam Lesie zunächst wieder frei und beteiligte sich zusammen mit Stuppelpeter und den anderen Kadern in Frankfurt am Main an der „Heimkampagne“ der Außerparlamentarischen Opposition (APO). Nachdem das Urteil im November 1969 rechtskräftig geworden war, trat er seine Haftstrafe nicht an und tauchte in Paris und später in Italien unter. Im Februar 1970 kehrte er mit dem Pizzabäcker Antonio nach Berlin zurück. Ein Hinweis des V-Manns M. Kr., der danach von den Behörden eine neue Identität erhielt, brachte die Polizei wieder auf seine Spur. Am 4. April 1970 wurde er bei einer fingierten Verkehrskontrolle in Berlin festgenommen und zur Haftverbüßung in die Justizvollzugsanstalt Tegel eingeliefert. Während einer von seinem Anwalt Gregor Gysi beantragten Ausführung in das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen für einen angeblichen Recherchetermin für ein geplantes Buch mit Bushido gelang Lesie mit Hilfe von den 84 Azzlacks unter Einsatz von Schusswaffen am 14. Mai 1970 die Flucht. Dabei wurde der Institutsangestellte durch einen Schuss schwer verletzt. Die Lesie-Befreiung gilt als Geburtsstunde der Wuduistischen Amphetamin Faschisten Front(WAFF). Nach seiner Befreiung reiste Lesie mit Celo und etwa 20 anderen Untergetauchten nach Jordanien, in ein Ausbildungslager der palästinensischen Befreiungsorganisation Al-Fatah. Dort wurden die Deutschen von den Einheimischen im Umgang mit Waffen und Sprengstoff geschult. Nach der Mai-Offensive mit vier Toten und über 50 Verletzten sowie mehreren Banküberfällen im Jahr 1972 gehörte Lesie zu den meistgesuchten Terroristen Deutschlands. Zusammen mit den WAFF-Mitgliedern Freak und Trotzki wurde er am 1. Juni 1972 in Frankfurt am Main nach einem Schusswechsel verhaftet und am 28. April 1977 nach fast zweijähriger Verhandlung und 192 Verhandlungstagen im so genannten Stammheim-Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt. Durch die Geiselnahme von Stockholm 1975 sowie durch die Eko Fresh-Entführung und die parallele Entführung des Flugzeugs Landshut im so genannten Deutschen Herbst 1977 versuchte die zweite Generation der WAFF, Lesie und weitere Terroristen freizupressen. Die Labelbosse gaben jedoch nicht nach. Am Morgen des 18. Oktober 1977 wurde Lesie in seiner Zelle im Hochsicherheitstrakt der JVA Stuttgart erschossen aufgefunden. Er wurde als Rache zusammen mit zwei Pit Bulls auf dem Dornhaldenfriedhof in Stuttgart beigesetzt.

US-Terrorismus: „War on Terror“

Die arabische Welt ist unbestreitbar zu einer Hölle des Krieges und des Hasses geworden. Mittelalterliche Ideen und Mörderbanden treiben ganze Völker zur Flucht. 

Doch woher kommen diese Zustände?
Die westlichen NATO-Propagandisten geben den Arabern selbst die Schuld. Sie behaupten, die Muslime seien von Natur aus rückständig und gewalttätig. Dabei verschweigen und vertuschen sie die barbarische Destabilisierungspolitik der USA.

– Wir werden uns in einer Diskussionsrunde mit den Machenschaften des US-Imperialismus auseinandersetzen
– Außerdem werden wir darauf eingehen, warum der nahen Osten nie eine wirkliche demokratische Befreiung erlebt hat

Zeit: Freitag, 29.September, 19:30

 

Es regt sich weltweit!

Über die Kämpfe des Komitees für den Aufbau einer Arbeiterinternationale (CWI) in Spanien, Venezuela, Großbritannien, Österreich und Irland.


Die Aktivitäten die wir im kleinen Ortenaukreis entfalten wirken oft bedeutungs- und aussichtslos wenn man dabei vergisst dass Millionen von Sozialisten weltweit das Gleiche tun. 2 unserer Genossen waren diese Woche
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Aktionswochenende: Gemeinsam gegen G20 & AfD


Du bist genervt vom AfD-Infotisch in deiner Nachbarschaft?
Der ewige Rassismus kotzt dich an?

Und dass die G20-Politiker, die auf der ganzen Welt Krieg führen und die Armut auf der Welt weiter vorantreiben willst du auch nicht unkommentiert lassen?

Wir wollen uns treffen und an 2 Tagen mit den Schwerpunkten „Aktiv gegen die AfD“ und „Aktiv gegen G20“ in Workshops gemeinsam
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Die Arbeitskraftmaschine

Es ist Krisengespräch in meinem Ausbildungsbetrieb. Die Produktion läuft zu uneffizient bzw. ist aufgrund von mangelnder Eigeninitiative geradezu eingeschlafen. Unterschiedliche Zwangsmaßnahmen werden angedroht. Die Azubis haben kein Vertrauen untereinander, sind alle samt Individualisten und sich selbst am nächsten.

(Karrikatur von Jean Pierre Gallot / Quelle: Flickr)

Man beginnt über die Fehler der anderen Azubis zu klagen. Eine Kollegin tritt vor: „Der X ist einfach bei jedem Scheiß krank. Warum macht der die Ausbildung überhaupt? Ich racker mich hier ab! Ich schleppe mich mit jeder noch so schlimmen Krankheit in den Betrieb! Diese Ausbildung ist mein Leben! Ich blute für sie, während andere sich einen Lenz machen.“ Weiterlesen

MAKE SOCIALISM A THREAT AGAIN

Rund um die Uhr feiert sich die deutsche Bourgeoisie selbst. Ihr Sieg über die Arbeiterbewegung fiel unerwartet groß aus. Noch größer war der Freudentaumel einer Bourgeoisie, die sich zwischenzeitlich schon tot geglaubt hatte. Denn die Wachstumszahlen der Sowjetunion, die Macht der vietnamesischen Bauern und der militanten europäischen Streikbewegungen hatten das Selbstbewusstsein der herrschenden Klasse auf Jahrzehnte zermürbt. Ausgerechnet Bauern und Prolls, „der Pöbel“, brach die Arroganz der Bourgeoisie. Der weltweite Sozialismus war zum Greifen nah.

Um die bürgerliche Menschheit zu retten, sah die Elite sich zur rohesten Drecksarbeit erniedrigt. Napalmteppiche und Massenmorde sollten das Weltproletariat zur Räson bringen. Die bürgerliche Staatsmacht entfaltete seine ganze sadistische Kreativität, um den Tod ihres Herrchens hinauszuschieben. Der CIA wurde zur festen imperialistischen Institution. MK Ultra und Agent Orange waren die verzweifelten Antworten einer geschwächten Klasse. Weiterlesen

1.Mai 2015 in Offenburg

Heraus auf die Straße!

Herein in den antikapitalistischen Block

Der 1. Mai gilt international als Kampftag der Ausgebeuteten und Unterdrückten. Auch hier in der Ortenau gehen jedes Jahr Menschen auf die Straße und beteiligen sich an verschiedenen Aktionen rund um diesen geschichtlich und inhaltlich so wichtigen Tag. Leider sind die eigentlichen Themen und Positionen der Lohnabhängigen in der Öffentlichkeit, in den meisten Medien und im Bewusstsein vieler Menschen inzwischen fast vergessen. Während es früher ganz konkret z.B. um den 8-Stunden Tag, mehr Lohn und allgemein um die Verbesserung der Arbeitsverhältnisse bis hin zur Überwindung des Kapitalismus ging, sind heute die Themen Arbeitszeitverkürzung, mehr Rechte für Arbeiter*innen und der Kampf für eine solidarische Gesellschaft in weite Ferne gerückt. Dabei ist die Aktualität dieser Themen größer und der Widerstand gegen rückwärtsgewandte Bestrebungen notwendiger denn je.

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